Datum10.04.2026 16:24
Quellewww.spiegel.de
TLDRAb dem 1. Oktober 2026 gewährt Lufthansa Inhabern bestimmter American-Express-Karten keinen Lounge-Zugang mehr. Die Airline begründet dies mit dem Wunsch, den Loungestatus für eigene Vielflieger aufzuwerten und exklusiver zu gestalten. Diese Änderung, die global greift, betrifft auch First-Class-Lounges. American Express bedauert die Nichteinigung über die weitere Aufnahme von Lufthansa-Lounges in die eigene Global Lounge Collection und verweist auf sein alternatives Lounge-Netzwerk.
InhaltWer eine bestimmte American-Express-Karte hat, durfte bisher damit in die Lufthansa-Lounge. Doch damit soll ab Oktober Schluss sein. Die Begründung der Airline klingt überraschend deutlich. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Ab dem 1. Oktober 2026 ist Schluss: Bestimmte American-Express-Kreditkarten – egal ob die Platinum Card, Business Platinum oder die exklusive Centurion Card –, sollen dann nicht mehr zum Zugang in die Lounges der Lufthansa berechtigen. Das teilte die Airline auf Anfrage mit. "Es ist korrekt, dass die Zusammenarbeit von American Express und Lufthansa hinsichtlich des Loungezugangs am 30. September enden wird", heißt es von der Lufthansa. Und weiter: "Wir möchten den Zutritt zu unseren Business- und Senator-Lounges noch exklusiver gestalten und den Status unserer Vielflieger weiter aufwerten." Das Wort "aufwerten" liefert hier wohl eine Erklärung. Denn bislang galt: Wer eine der berechtigten American-Express-Karten besaß, kam in die Lounge – unabhängig davon, ob er jemals regelmäßig mit Lufthansa geflogen war. Für manche echten Lufthansa-Vielflieger, also Frequent Traveller, Senatoren oder HON-Circle-Mitglieder, war das ein Ärgernis. Ihr teils über Jahre erarbeiteter Status verlor an Prestige, wenn die Lounge auch für Kreditkarteninhaber offen stand. Mancherorts kam es wohl auch deswegen zu Platzproblemen. Nun zieht die Lufthansa offenbar die Konsequenz. Für American Express (Amex) ist das ein empfindlicher Verlust. In der internen Kommunikation an betroffene Karteninhaber bestätigt das Unternehmen das Ende der Partnerschaft. Die Änderung gelte global und betreffe alle berechtigten Karten; ab dem 1. Oktober sei auch der Zugang zu den First-Class-Lounges der Lufthansa nicht mehr möglich. Auf SPIEGEL-Anfrage begründet die Kreditkartenfirma das Ende des Loungezugangs bei der größten Airline-Gruppe Europas mit einer ungewohnt offenen Formulierung: "Leider konnten American Express und Lufthansa keine Einigung über den weiteren Verbleib der Lufthansa Lounges in der American Express Global Lounge Collection erzielen." Der Lounge-Zugang ist für Premium-Kreditkarten ein zentrales Verkaufsargument – gerade in den USA, wo Karten wie die Amex Platinum oder die Chase Sapphire Reserve teils mehr als 500 Dollar Jahresgebühr kosten und ihren Wert wesentlich auch über den Zugang zu Lounge-Netzwerken rechtfertigen. Dass nun eine namhafte Airline ausschert, dürfte die Branche aufhorchen lassen. American Express verweist seine Kunden auf sein eigenes Netzwerk: Über 1.550 Lounges weltweit, darunter mehr als 32 Centurion Lounges, bleiben zugänglich – die Lufthansa-Lounges künftig nicht mehr.