Datum10.04.2026 15:28
Quellewww.spiegel.de
TLDRBilly Magnussen, bekannt für die Darstellung von Bösewichten und "Tech-Bros", möchte seine Rollenvielfalt erweitern. Trotz seines Gesichts, das viele als "Bösewicht" wahrnehmen, strebt er nach sympathischeren Charakteren. Er findet es anstrengend, immer den Typen zu spielen, den man am liebsten schlagen würde. Seine aktuellen Rollen konzentrieren sich auf Männer mit hohem IQ, aber mangelnder sozialer Kompetenz, die er jedoch menschlich darstellen möchte.
Inhalt"Mein Gesicht ist der Bösewicht": Der Schauspieler Billy Magnussen spielt auf der Leinwand nie den Helden. Er habe keine Angst davor, den Bösen zu mimen – in Zukunft will er trotzdem mehr. Auf der Leinwand ist Billy Magnussen, 40, als dummer Schönling oder cleverer Fiesling zu sehen. Als die Art Mann, den man verachtet. Sein markantes Gesicht passt dazu, in seinen Rollen zeigt er die Hässlichkeit männlicher Ambitionen. Doch mit genau diesen Rollen hadert der Schauspieler auch immer wieder: "Ich möchte nicht als der Typ bekannt sein, den man am liebsten schlagen würde", sagte Magnussen der "New York Times". In letzter Zeit hat sich Magnussen auf eine bestimmte Art von Zielscheibe spezialisiert: Tech-Bros, Männer mit hohem IQ, aber mangelhafter emotionaler Intelligenz, die ihre Mitmenschen wie Statisten in Computerspielen behandeln. Er verkörperte diesen Typus bereits in zwei Folgen der Netflix-Serie "Black Mirror" und der HBO-Tech-Satire "Made for Love". Nun wird er in der neuen Silicon-Valley-Satire "The Audacity" als Möchtegern-Technologievisionär zu sehen sein. Für den Schauspieler haben die Tech-Bros negative Auswirkungen auf das Leben der meisten Menschen. Magnussen wolle sich diesen Männern trotzdem widmen: "Sie versuchen, die Welt für uns perfekt zu machen, während sie selbst unvollkommen sind", sagte er. Diese Unvollkommenheit sei sein Ausgangspunkt und der Schlüssel dazu, unmenschliche Charaktere zu vermenschlichen. "Es sind ihre Unsicherheiten, ihre Ängste, ihre Schwächen", sagte er. "Niemand ist in seinem eigenen Leben ein Bösewicht." Er sei gleichermaßen dankbar für die Karriere, die ihm sein Aussehen und sein Talent ermöglicht haben, und zugleich verbittert darüber. "Ich habe keine Angst davor, den Bösewicht zu spielen", sagte er. "Mein Gesicht ist der Bösewicht. Ich konnte es mir nicht aussuchen." Magnussen reicht es deshalb nicht, nur Bösewichte zu spielen. "Ich wäre gern der Held", sagte er. "Ich finde das Leben schön und reizvoll, und es wird anstrengend, immer den Bösewicht zu spielen."