Datum10.04.2026 14:46
Quellewww.zeit.de
TLDRIm Altmarkkreis Salzwedel wird die aggressive Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners mit einem Hubschrauber bekämpft. Rund 750 Hektar sind betroffen. Die Maßnahme, voraussichtlich Anfang Mai, zielt auf die Gesundheit der Bevölkerung ab und erfolgt erstmals auch außerhalb von Siedlungsgebieten. Umweltverbände und Behörden haben zugestimmt. Ein biologischer Wirkstoff soll eingesetzt werden, der für Mensch und Natur unbedenklich ist.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gefährliches Insekt“. Lesen Sie jetzt „Hubschrauber soll Raupenplage im Altmarkkreis eindämmen“. Der Eichenprozessionsspinner im Altmarkkreis Salzwedel soll in diesem Frühjahr großflächig aus der Luft bekämpft werden. Geplant sei der Einsatz eines Hubschraubers über Teilen des Biosphärenreservats Drömling und angrenzenden Orten - voraussichtlich Anfang Mai, teilte der Landkreis mit. Hintergrund ist ein besonders starker Befall. "Wir sehen uns mit einer der größten und am stärksten befallenen Flächen Deutschlands konfrontiert", sagte Landrat Steve Kanitz (SPD). Er betonte, alles zu unternehmen, um die Ausbreitung einzudämmen und den Gesundheitsschutz der Bevölkerung sicherzustellen. Nach Angaben des Landkreises sind rund 750 Hektar Eichenbestände betroffen. Erstmals soll die Bekämpfung auch außerhalb von Wohngebieten erfolgen. Eine Gefährdungsanalyse habe ergeben, dass dies trotz Naturschutzstatus zulässig sei. Genehmigungen für die Flüge liegen vor, auch Umweltverbände haben zugestimmt. Ein konkreter Einsatzplan mit Flugrouten und Terminen werde derzeit erarbeitet, die Bevölkerung soll dazu noch gesondert informiert werden. Wie genau die Bekämpfung erfolgt, ließ der Landkreis offen. In vergleichbaren Fällen kommt nach dpa-Informationen in der Regel ein biologischer Wirkstoff zum Einsatz, der gezielt von den Raupen aufgenommen wird und für Menschen sowie andere Wirbeltiere ungefährlich ist. Auch Bienen und andere Insekten sind davon in der Regel nicht betroffen. Der Eichenprozessionsspinner kann für Menschen zur gesundheitlichen Belastung werden. Die Raupen tragen mikroskopisch feine Brennhaare, die stark juckende Hautreaktionen, Augenreizungen und Atemwegsprobleme auslösen können. Auch ohne direkten Kontakt können die Haare über die Luft verbreitet werden. Experten raten daher, die Tiere und ihre Nester nicht zu berühren. Die Bekämpfung aus der Luft ist nur in einem kurzen Zeitraum wirksam - solange die Raupen noch keine Brennhaare entwickelt haben. Später bleibt oft nur das aufwendige Entfernen der Nester durch Spezialfirmen. Der Eichenprozessionsspinner breitet sich seit Jahren zunehmend aus. Welche Faktoren die Entwicklung der Population steuern, ist laut Fachleuten bislang nicht vollständig geklärt. © dpa-infocom, dpa:260410-930-928392/1