Collien Fernandes: Staatsanwaltschaft Itzehoe will Fernandes-Fall nach Potsdam abgeben

Datum10.04.2026 14:15

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Staatsanwaltschaft Itzehoe plant, die Ermittlungen im Fall Collien Fernandes an die Staatsanwaltschaft Potsdam abzugeben. Es gibt Hinweise auf mögliche Tatorte in Potsdam. Fernandes hatte Strafanzeige wegen unberechtigt erstellter Fake-Accounts erstattet. Die Ermittlungen, die nach einer Anzeige von Fernandes aufgenommen wurden, werden nun geprüft, da die Zuständigkeit möglicherweise nach Potsdam wechselt. Der Fall bezieht sich auf die Verbreitung pornografischer Inhalte über Social-Media-Accounts, die ihren Namen tragen.

InhaltDer Ermittlungen im Fall Fernandes sollen in Potsdam weitergeführt werden. Laut Staatsanwaltschaft Itzehoe gibt es Hinweise, dass "mögliche Tatorte" sich dort befinden. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe will ihre Ermittlungen nach einer Strafanzeige von Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes abgeben. "Wir haben die Akten der Staatsanwaltschaft in Potsdam mit der Bitte um Übernahme des Verfahrens übersandt", sagte Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow der Nachrichtenagentur dpa. Durch die Prüfung hätten sich "Hinweise auf mögliche Tatorte im dortigen Bezirk ergeben", sagte er. Nähere Angaben zu den Hinweisen machte er nicht. Der Vorgang bedeute nicht, dass das Verfahren eingestellt sei. Die Staatsanwaltschaft Potsdam müsse dieses Ersuchen aus Itzehoe nach Eingang prüfen. "Eine Prüfung kann in beide Richtungen ausgehen." Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsdam sagte der ZEIT, dass die Akten bisher nicht eingegangen seien. Wenn das geschehe, werde die Übernahme des Verfahrens geprüft. Fernandes hatte nach früheren Angaben der Itzehoer Staatsanwaltschaft im November 2024 bei der Polizei in Berlin Strafanzeige gegen unbekannt erstattet. Eine ihr unbekannte Person solle unberechtigt Fake-Accounts erstellt und betrieben haben. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hatte das Verfahren übernommen, "weil die angezeigte Handlung wohl innerhalb unseres Zuständigkeitsbereiches durch die Anzeigende zur Kenntnis genommen worden ist", hatte Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow zuvor gesagt. Die Ermittlungen in Itzehoe waren vorübergehend eingestellt worden, bis Fernandes in einem Spiegel-Bericht ihrem Ex-Partner Christian Ulmen vorwarf, hinter den Fake-Accounts mit ihrem Namen zu stecken und darüber pornografische Darstellungen verbreitet zu haben. Daraufhin nahm die Staatsanwaltschaft Itzehoe die Ermittlungen wieder auf. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Dessen Anwalt Christian Schertz reichte einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen die Berichterstattung des Spiegels ein.