Spritpreise gehen erneut leicht zurück

Datum10.04.2026 14:19

Quellewww.spiegel.de

TLDRNach einer leichten Entspannung am Ölmarkt sinken die Spritpreise zum dritten Tag in Folge. Diesel verbilligte sich am Donnerstag um 7,3 Cent, Super E10 um 4,3 Cent. Laut ADAC gibt es weiterhin Spielraum nach unten. Trotz kurzzeitiger Preisanstiege liegen die aktuellen Werte unter denen des Vortages. Dennoch ist Tanken deutlich teurer als vor dem Iran-Krieg. Die weitere Preisentwicklung hängt von den Ölpreisen ab. Parallel wird über Entlastungsmaßnahmen für Bürger diskutiert, wobei Wirtschaftsministerin Reiche SPD-Vorschläge zur Mobilitätsprämie oder Steuersenkungen kritisiert.

InhaltDie leichte Entspannung am Ölmarkt wirkt sich allmählich auf den Spritpreis aus. Nach deutlichen Rückgängen am Mittwoch und Donnerstag zeichnet sich auch am Freitag ein Minus ab. Die Spritpreise sinken den dritten Tag in Folge. Auch am Freitag zeichnet sich nach Einschätzung des ADAC ein weiterer Rückgang ab. Am Donnerstag hatte der bundesweite Tagesdurchschnittspreis für Diesel um 7,3 Cent auf 2,346 Euro pro Liter nachgegeben, wie aus Daten des Verkehrsclubs hervorgeht. Superbenzin der Sorte E10 verbilligte sich um 4,3 Cent auf 2,112 Euro pro Liter. Seit dem Absturz des Ölpreises in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hat Diesel damit um 10,1 Cent pro Liter nachgegeben, E10 um 7,6 Cent. Auch am Freitag zeichnete sich ab, dass der Rückgang anhält. Zwar verteuerten sich beide Kraftstoffe zur Mittagszeit deutlich: Diesel um 10,1 Cent auf 2,386 Euro pro Liter, Super E10 um 9,5 Cent auf 2,169 Euro. Doch sowohl vor als auch nach der Erhöhung lagen die Preise niedriger als zum jeweils gleichen Zeitpunkt des Donnerstags. Insgesamt sehe man "weiterhin Luft nach unten", heißt es dazu vom ADAC. Experten hatten erwartet, dass es einige Zeit dauern wird, bis der niedrigere Ölpreis an den Zapfsäulen ankommt. In der Vergangenheit war wiederholt kritisiert worden, dass die Preiserhöhungen auf dem Ölmarkt schnell weitergegeben werden, Rückgänge aber nur mit Verzögerung. Insgesamt ist Tanken aber auch nach den aktuellen Rückgängen noch sehr viel teurer als vor Beginn des Irankriegs Ende Februar. Bei Diesel sind es mit Stand Donnerstag im Tagesdurchschnittspreis noch 60 Cent, bei Superbenzin gut 33 Cent. Wie sich die Preise weiterentwickeln, dürfte in den nächsten Tage aber vor allem davon abhängen, wie die Preise für Rohöl ausfallen. Vor den Verhandlungen zwischen den USA und Iran blieb der Ölpreis am Freitag klar unter der Marke von 100 US-Dollar, nachdem er am Mittwoch nach Vereinbarung der Waffenruhe fast auf 90 Dollar gesunken war. Derweil dauert die Debatte über Möglichkeiten zur Entlastung der Bürger an. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kritisierte Vorschläge der SPD bei "Welt TV" mit den Worten: "Der Koalitionspartner ist in den letzten Wochen damit aufgefallen, Vorschläge zu unterbreiten, die teuer, wirkungsschwach und verfassungsrechtlich fragwürdig sind." Finanzminister und SPD-Chef Lars Klingbeil hat eine Mobilitätsprämie oder eine zeitlich befristete Senkung der Energiesteuer vorgeschlagen. Die Kosten sollen durch eine Übergewinnsteuer wieder hereingeholt werden, die außergewöhnlich hohe Krisenprofite der Energiekonzerne abschöpfen soll. Außerdem plädiert Klingbeil für einen flexiblen Preisdeckel für Benzin, Diesel und Öl. Die Spitzen von Union und SPD beraten nach Angaben Reiches am Sonntag.