Ukraine-Krieg: Wladimir Putin kündigt Feuerpause für orthodoxe Ostern an

Datum10.04.2026 11:14

Quellewww.zeit.de

TLDRRusslands Präsident Putin kündigt eine 36-stündige Waffenruhe im Ukraine-Krieg für das orthodoxe Osterfest an. Seine Ankündigung wird von ukrainischer Seite bestätigt, wobei Präsident Selenskyj die Chance für dauerhaften Frieden betont. Die orthodoxe Kirche übt indirekte Kritik an der Instrumentalisierung des Glaubens für kriegerische Zwecke. Ähnliche Feuerpausen in der Vergangenheit wurden nur begrenzt eingehalten und führten zu gegenseitigen Vorwürfen von Verstößen und Truppenaufstellungen.

InhaltDer russische Präsident verkündet erneut eine vorübergehende Waffenruhe im Ukrainekrieg. Vor einem Jahr an Ostern wurde sie kaum eingehalten. Kritik kommt von der Kirche. Der russische Staatschef Wladimir Putin hat im Ukrainekrieg eine knapp eineinhalb-tägige Waffenruhe während des orthodoxen Osterfests angekündigt. Nach Angaben des Präsidialamts soll die Feuerpause am Samstag 16 Uhr Ortszeit (15 Uhr MESZ) beginnen und über den Sonntag andauern. Die orthodoxen Christen in der Ukraine und in Russland feiern Ostern erst am kommenden Sonntag. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Waffenruhe. Die Menschen bräuchten ein Osterfest ohne Bedrohungen und echte Bewegung zum Frieden, und Russland habe die Chance, auch nach Ostern nicht zu Angriffen zurückzukehren, schrieb er in sozialen Medien. Selenskyj hatte zuletzt mehrfach eine Feuerpause über die Osterfeiertage gefordert. Indirekte Kritik an Putins Ankündigung kam von der orthodoxen Kirche. Das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, Patriarch Bartholomaios I., verurteilte eine Instrumentalisierung des christlichen Glaubens für kriegerische Zwecke. "Krieg, Hass und Ungerechtigkeit widersprechen den grundlegenden christlichen Prinzipien", schrieb Bartholomaios I. in seiner Osterbotschaft. Er ist seit 1991 Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Kirche und zugleich Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie mit schätzungsweise 220 bis 300 Millionen Gläubigen. In dem seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gab es schon mehrfach Versuche zeitlich begrenzter Waffenruhen. So hatte Putin im vergangenen Jahr ebenfalls über Ostern eine Feuerpause verkündet. Dennoch meldete die Ukraine russischen Beschuss. Auch über die Weltkriegsgedenktage im Mai gab es eine Waffenruhe. Beide Kriegsparteien warfen sich in der Vergangenheit immer wieder gegenseitig Verstöße gegen vorübergehende Feuerpausen vor. Außerdem warfen sich beide Seiten vor, solche Phasen für die Neuaufstellung von Truppen sowie für die Wiederaufrüstung zu nutzen. Verfolgen Sie alle Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine in unserem Liveblog.