»Friends«-Star Lisa Kudrow musste zehn Tage nach der Entbindung wieder zur Arbeit

Datum10.04.2026 11:04

Quellewww.spiegel.de

TLDRLisa Kudrow musste zehn Tage nach der Geburt ihres Sohnes wieder arbeiten, da es damals keinen Mutterschaftsurlaub gab und die Arbeit Vorrang hatte. Sie empfand die Situation als belastend und würde heute anders handeln. Dies spiegelt die veränderten Arbeitsbedingungen in Hollywood wider. Groll hegt sie nicht, bedauert aber die damalige Priorisierung der Arbeit über das Wohlbefinden.

Inhalt"Es war eine Zeit, in der die Arbeit Vorrang hatte": Kurz nach der Geburt ihres Kindes stand "Friends"-Star Lisa Kudrow wieder vor der Kamera. Ganz freiwillig war das nicht – heute würde sie einiges anders machen. Mit der Serie "Friends" schwelgen viele Fans in Nostalgie der Neunzigerjahre. Schauspielerin Lisa Kudrow erinnert sich aber daran, wie belastend die Arbeitsverhältnisse zu der Zeit waren: Damals musste Kudrow bereits zehn Tage nach der Geburt wieder arbeiten und erhielt keinen Mutterschaftsurlaub. In der Sendung "CBS Sunday Morning"  reflektierte sie, wie sehr sich Hollywood seit den Neunzigerjahren verändert hat. Als im Mai 1998 ihr Sohn Julian geboren wurde, kehrte Kudrow sofort zur Arbeit zurück. "Ich hatte meinen Sohn zur Welt gebracht, und zehn Tage später war ich in der ›The Tonight Show‹", sagte sie. Kurz danach sei sie bei einem Meeting für den Mafiafilm "Reine Nervensache" gewesen. Ihre Agenten hätten gesagt, sie würde erst im Juli drehen, das sei "keine große Sache". Da habe sie zugestimmt, sie hätte sich gedacht: "Okay, vielleicht bin ich bis dahin wieder fit". Billy Crystal, einer der Hauptdarsteller im Film, hätte sie gefragt, ob sie das schaffen könne – und dann angekündigt, dass der Dreh direkt ein paar Tage später anfangen würde. Kudrow ging offenbar davon aus, dass die Dreharbeiten zwar sofort beginnen würden, sie aber ihre Szenen erst später drehen würde, damit sie sich von der Geburt erholen konnte. Stattdessen hätte sie direkt nach New York fliegen müssen. Im Interview erinnert sie sich an die trubelige Zeit nach der Geburt, die Eltern ihres Mannes seien aus Frankreich zu Besuch gewesen. "Alle um mich herum sagten: Natürlich kannst du das", erzählte Kudrow. Sie selbst aber hätte Zweifel gehabt und gesagt: "Das geht doch nicht! Ich habe ein Neugeborenes!" "Es ist verrückt", sagte Kudrow, "heute würde ich das nie tun". Sie hätte sich einfach den anderen untergeordnet und die Einstellung übernommen, dass es in Ordnung sei, sofort wieder arbeiten zu gehen. Groll hege sie dabei nicht: "Ich bin auf niemanden wütend." Weiter sagte Kudrow: "Es war eine Zeit, in der die Arbeit Vorrang hatte und sich alles andere danach richten musste. Das war damals der Ethos."