Trump vergleicht Hamas-Hinrichtungen mit seinem Durchgreifen in Washington

Datum15.10.2025 07:51

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Präsident Donald Trump kommentierte die brutalen Hinrichtungen von angeblichen Bandenmitgliedern durch die Hamas im Gazastreifen und verglich diese mit seinen eigenen Sicherheitsmaßnahmen in Washington D.C. Trotz der Gewalt äußerte er, dass ihn die Taten nicht störten, und lobte das "Durchgreifen" der Hamas gegen Banden. Trumps Aussagen, die auch Themen wie Venezuela und innere Sicherheit in den USA vermischten, wurden als geschmacklos und unamerikanisch kritisiert. Die Diskussion entstand im Kontext der Friedensverhandlungen im Nahen Osten.

InhaltIm Gazastreifen exekutiert die Hamas angebliche Bandenmitglieder auf offener Straße. US-Präsident Trump kann an den Szenen nichts Schlimmes erkennen. Im Gegenteil – er zieht Parallelen zur eigenen Politik. Nach Inkrafttreten der Waffenruhe im Gazastreifen hat die Hamas vor Ort offenbar gezielt Palästinenser getötet. Es soll sich um Mitglieder einer angeblichen Straßenbande handeln, mehr als 30 Personen wurden öffentlich hingerichtet. Videos der Erschießungen kursieren im Netz – und wurden nun auch von US-Präsident Donald Trump kommentiert. Trump verglich die Hamas-Gewalt dabei mit dem Durchgreifen seiner Sicherheitskräfte in Washington D.C. Es seien "sehr, sehr schlimme Banden" gewesen, sagte Trump über die getöteten Palästinenser, "das hat mich überhaupt nicht gestört". Die Hamas greife hart durch. Sie kümmere sich um ihre Gangs, während andere – wie etwa Venezuela – ihre Banden gen USA schicken würden. Dann erwähnte Trump die US-Hauptstadt, in der man Probleme auch lieber daheim löse, ganz so wie die Hamas. Noch vor Kurzem sei Washington eine der schlimmsten Städte im Land gewesen, nun sei alles sicher. "Du kannst hier zur Arbeit spazieren, das ist doch schön", so Trump über die Sicherheit Washingtons. Die Aussage fiel in einer Fragerunde mit Journalistinnen und Journalisten nach dem Ende der Friedensverhandlungen in Nahost. Trump war auf die brutalen Videos angesprochen worden, die nach den Hamas-Hinrichtungen kursierten. Palästinensische Sicherheitsquellen berichteten von einer angeblichen Sicherheitsoperation in Gaza-Stadt gegen Mitglieder einer "gefährlichen Bande". Trump hatte im Rahmen seines Plans für ein Ende des Gazakriegs die Hamas zwar aufgefordert, ihre Waffen abzugeben. Zugleich deutete er aber an, dass die Organisation grünes Licht für interne Sicherheitsoperationen habe. Er sagte, man wolle "die Probleme beenden" und habe ihnen "für einen bestimmten Zeitraum die Genehmigung erteilt". In seinen kruden Aussagen zur Hamas-Aktion mischte Trump mit der Erwähnung von Venezuela und Washington gleich zwei eigene Themen unter. Seit Wochen geht das US-Militär hart gegen Drogenschmuggler in der Karibik vor, in Wahrheit geht es um einen Kampf gegen Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro. Auch die angeblich grassierende Migrantengewalt in US-Großstädten sprach Trump an. Mit der Nationalgarde versucht er, Städte unter Kontrolle zu bringen. Das Vorgehen der Trump-Regierung in den Städten ist umstritten, Hinrichtungen gibt es jedoch selbstverständlich keine. Trumps indirektes Lob an das harte Durchgreifen der Hamas wird nun von vielen als geschmacklos und unamerikanisch kritisiert.