Stellantis: 13 Milliarden Dollar für Werke und Verbrenner-Kolosse in den USA

Datum15.10.2025 07:54

Quellewww.spiegel.de

TLDRStellantis plant eine Rekordinvestition von 13 Milliarden Dollar in den USA, um fünf neue Modelle, einschließlich großer Verbrenner, zu produzieren und 5000 Arbeitsplätze in den Werken des Mittleren Westens zu schaffen. Konzernchef Antonio Filosa sieht dies als Schlüssel zur Stärkung der Verkaufszahlen nach einem schwachen Jahr. Die Investitionen beinhalten die Wiedereröffnung eines stillgelegten Werks in Illinois und die Produktion des Jeep Cherokee bis 2027. Stellantis will von gelockerten Emissionsvorschriften profitieren und seinen Marktanteil in Nordamerika steigern.

InhaltDer Konzern spricht von der größten Investition in der Geschichte des Unternehmens: Stellantis will 13 Milliarden Dollar in Werke und neue Modelle in den USA stecken. Darunter große Verbrenner-Kolosse. Es sind Nachrichten, die Donald Trump seinen Kritikern gerne vorhält: Der Opel-Mutterkonzern Stellantis hat eine Rekordinvestition von 13 Milliarden Dollar in den USA angekündigt. Mit dem Geld sollen in den kommenden vier Jahren fünf neue Modelle auf den Markt gebracht und 5000 Arbeitsplätze in den Werken im Mittleren Westen geschaffen werden, wie das Unternehmen mitteilte. Konzernchef Antonio Filosa zufolge handelt es sich um die größte Investition in der Geschichte des Unternehmens. Der Konzern will damit auf einem seiner wichtigsten Märkte wieder mehr Autos verkaufen. "Die Beschleunigung des Wachstums in den USA hat seit meinem ersten Tag oberste Priorität", sagte Filosa. "Erfolg in Amerika ist nicht nur gut für Stellantis in den USA – er macht uns überall stärker." Filosa führt den Konzern seit Juni und will ihn nach einem schwachen Jahr 2024 wieder auf Kurs bringen. Dazu gehört die Wiedereinführung von Modellen wie dem Jeep Cherokee. Dessen Produktionseinstellung gilt als einer der Gründe für zeitweise sinkende Verkaufszahlen. Stellantis hatte im Juli vor Belastungen durch US-Zölle in Höhe von 1,5 Milliarden Euro für das laufende Jahr gewarnt. Stellantis vereint zahlreiche Automarken diesseits und jenseits des Atlantiks. Dazu zählen neben Opel auch Alfa Romeo, Citroen, Dodge, Jeep, Lancia, Maserati und Peugeot. Mit den Investitionen in den USA soll unter anderem ein im Jahr 2023 stillgelegtes Werk in Belvidere, im US-Bundesstaat Illinois, wieder eröffnet werden. Dafür wird Stellantis eigenen Angaben zufolge 600 Millionen Dollar investieren. Die Produktion der Automodelle Jeep Cherokee und Jeep Compass soll im Jahr 2027 anlaufen. Außerdem sollen weitere Automodelle in Stellantis-Werken in den US-Bundesstaaten Ohio, Michigan und Indiana hergestellt werden, darunter viele Verbrenner-Modelle. Der französisch-italienisch-amerikanische Autobauer ist in Nordamerika mit den US-Marken Chrysler, Dodge und Ram vertreten. Dort legten die Verkäufe im vergangenen dritten Quartal um 35 Prozent auf 403.000 Fahrzeuge zu. Dies sei unter anderem auf die Einführung des neuen Pick-up Ram 1500 zurückzuführen, ein Koloss mit Acht-Zylinder-Verbrennungsmotor, wie es hieß. Unter dem früheren US-Präsidenten Joe Biden wurden Autohersteller in den USA durch Emissionsregeln angehalten, in elektrische Automodelle zu investieren. Unter US-Präsident Donald Trump jedoch wurden die Strafen für eine Missachtung der Emissionsregeln aufgehoben, wodurch Autohersteller wieder stärker Automodelle mit höherem CO₂-Ausstoß in den USA herstellen können.