Gaza: US-Drohnen überwachen offenbar Waffenruhe im Gazastreifen

Datum25.10.2025 08:07

Quellewww.spiegel.de

TLDRDas US-Militär setzt Drohnen über dem Gazastreifen ein, um die Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas zu überwachen, berichtet die "New York Times". Mit Israel's Zustimmung sammeln die USA Luftaufnahmen, um die Lage eigenständig zu beurteilen. Obwohl die USA als Vermittler der Waffenruhe agieren, gibt es Bedenken über die Kooperation mit Israel. Einige US-Regierungsvertreter äußern Besorgnis bezüglich der Einhaltung der Waffenruhe. Der Drohneneinsatz soll zudem die humanitäre Hilfe im Gazastreifen unterstützen.

InhaltDas US-Militär lässt offenbar Drohnen über dem Gazastreifen kreisen. Ziel der Mission ist es, die Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas zu kontrollieren, berichtet die "New York Times". Die USA wollen sich ein eigenes Bild machen. Um die Einhaltung der Waffenruhe zwischen Israel und der palästinensischen Terrororganisation Hamas zu überwachen, setzt das US-Militär einem Bericht der "New York Times"  zufolge eigene Drohnen über dem Gazastreifen ein. Mit dem Einverständnis Israels würden die USA demnach Luftaufnahmen von Aktivitäten am Boden machen. Das berichtet die US-Zeitung und beruft sich dabei auf drei Militärquellen aus Israel und den USA. Der Drohneneinsatz soll demnach das Koordinationszentrum im Süden Israels unterstützen, das mit Zivilisten und Militärvertretern besetzt ist. Es soll seit vergangener Woche die Waffenruhe kontrollieren und die humanitäre Hilfe für die Menschen im Gazastreifen koordinieren. Zwar hat das US-Militär bereits in der Vergangenheit Drohnen eingesetzt, um bei der Such nach israelischen Geiseln im Gazastreifen zu unterstützen. Der Bericht der "New York Times" legt allerdings nahe, dass es den USA bei der aktuellen Mission auch darum geht, sich ein eigenes Bild von der Lage vor Ort zu machen – anstatt sich auf die Erkenntnisse Israels zu verlassen. Die USA haben die Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas zusammen mit Katar und Ägypten vermittelt. Sie nehmen derzeit in der Region eine Koordinatorenrolle ein und sind der wichtigste Verbündete Israels. Dennoch war es in der Vergangenheit wiederholt zu Unstimmigkeiten zwischen den Regierungen beider Länder gekommen. Mehrere Vertreter der US-Regierung sollen sich gegenüber der "New York Times" besorgt darüber geäußert haben, inwiefern Israel aus der Waffenruhe-Vereinbarung aussteigen könnte. "Das ist eine sehr übergriffige Form der amerikanischen Überwachung an einer Front, wo Israel eine konkrete Bedrohung sieht", zitiert die Zeitung den zu Zeiten von Präsident Barack Obama in Israel stationierten US-Botschafter Daniel B. Shapiro zu dem Droheneinsatz. "Wenn es uneingeschränkte Transparenz und uneingeschränktes Vertrauen zwischen Israel und den USA gäbe, wäre das nicht nötig." Offensichtlich wolle die US-Regierung aber "jegliche Möglichkeit etwaiger Missverständnisse ausräumen". Die "New York Times" gibt an, dass sich auf Anfrage weder das US-Verteidigungsministerium noch das israelische Militär zu den Recherchen geäußert haben. In einem Industriegebäude in Südisrael planen US-Militärs, Israelis, Partnerländer und Organisationen den Wiederaufbau des Gazastreifens. Palästinenser bleiben bislang außen vor. Lesen Sie hier  den Bericht über den Zukunftsplan für Gaza.