Datum25.10.2025 04:00
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Kosten für Bestattungen in Hessen steigen, laut Dominik Kracheletz, Vorsitzender des Bestatterverbands Hessen, um drei bis fünf Prozent. Hauptgründe sind gestiegene Preise für Särge, Personalkosten und Erhöhungen der Friedhofsgebühren in vielen Städten. Urnenbestattungen, die nun 80 Prozent ausmachen, sind besonders gefragt. Städte wie Frankfurt, Wiesbaden und Rüsselsheim haben in den letzten Jahren Gebühren angehoben, um gestiegenen Kosten durch Energie und Personal zu begegnen. Pflegearme und naturnahe Grabstätten sind zunehmend beliebt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Friedhöfe“. Lesen Sie jetzt „Verband erwartet steigende Kosten für Bestattungen“. Die Kosten für Bestattungen in Hessen steigen. Wenn die Unternehmen nicht bereits ihre Preise erhöht hätten, würden sie dies bis Ende des Jahres tun, sagt Dominik Kracheletz, Vorsitzender des Bestatterverbands Hessen. Ein Grund sei, dass Särge teurer geworden seien. Er schätze, die Preiserhöhungen machten drei bis vier, teilweise fünf Prozent aus. Auch die Personalkosten seien gestiegen. Die Bestattungsunternehmen würden dies an die Endkunden weitergeben, sagt Kracheletz. Die Situation ähnele der aus dem vergangenen Jahr. Stark nachgefragt seien weiterhin Urnenbestattungen, sie machten inzwischen knapp 80 Prozent aus. Gleichzeitig haben viele Städte in den vergangenen Jahren die Friedhofsgebühren erhöht, wie eine Umfrage zeigt. In Frankfurt stiegen sie zuletzt Anfang 2025 um durchschnittlich etwa sechs Prozent. Grund seien höhere Kosten bei Energie und Personal, erklärt das Grünflächenamt. Für 479 Euro erhält man in Frankfurt ein Urnengrab, für bis zu 1.855 Euro eine Erdgrabstätte. Besonders nachgefragt würden pflegefreie und naturnahe Grabstätten, teilt das Amt mit. Die Stadt biete daher zunehmend Baumgrabstätten, Rasengrabstätten sowie Gärtnerbetreuung an. Wiesbaden hat die Gebühren zuletzt 2022 um vier Prozent erhöht. Ein Urnengrab kostet derzeit 844 Euro, ein Erdreihengrab 1.179 Euro. Urnenbeisetzungen überwiegen auch hier mit rund 80 Prozent. Pflegearme Gräber sind auch in der Landeshauptstadt besonders gewünscht. Darauf habe man mit einem stadteigenen Bestattungswald und besonderen Bestattungsfeldern inklusive Pflege reagiert, teilt die Stadt mit. Rüsselsheim hat die Gebühren zu Jahresbeginn um etwa ein Fünftel erhöht - zuvor waren sie seit 2013 stabil, wie die Stadt betont. Grund seien vor allem steigende Personalkosten. Auch ist die Nachfrage nach pflegearmen Grabstätten und Einäscherungen hoch. Insgesamt würden 17 verschiedene Grabarten angeboten. Die günstigste Urnengrabstätte kostet 724 Euro, die teuerste Grabstätte für eine Bestattung im Sarg 7.439 Euro. In Melsungen wurden die Gebühren zuletzt 2019 und 2020 erhöht, wie die Stadt mitteilt. Ein anonymes Urnengrab kostet in der nordhessischen Stadt 250 Euro, die teuerste Option ist ein Doppel-Erdrasengrab mit 3.200 Euro. Bei diesen Gräbern übernimmt die Friedhofsverwaltung die Pflege. Feuerbestattungen überwiegen den Angaben zufolge seit einigen Jahren. Wetzlar erhöhte die Gebühren zuletzt Ende 2021 um rund zehn Prozent. Die Gründe: gestiegene Kosten für Personal, Energie und Material. In der mittelhessischen Stadt gibt es eine erheblich steigende Nachfrage nach Baumgrabstätten. Das günstigste Urnengrab kostet 426 Euro, das teuerste Reihengrab 2.448 Euro. © dpa-infocom, dpa:251025-930-205445/1