Kolumbien: USA verhängen Sanktionen gegen Präsident Gustavo Petro

Datum25.10.2025 01:56

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Beziehungen zwischen den USA und Kolumbien verschlechtern sich weiter, da US-Präsident Trump Sanktionen gegen Präsident Gustavo Petro verhängt hat. Grund sind steigende Kokainproduktionsraten in Kolumbien. Trump beschuldigt Petro, Drogenkartelle gewähren zu lassen, während Petro die Vorwürfe zurückweist und auf Erfolge im Drogenkampf hinweist. Zudem hat Trump Finanzhilfen für Kolumbien gestoppt und mit Zollerhöhungen gedroht. Die Spannungen erreichen einen neuen Tiefpunkt, nachdem die USAID im Jahr 2023 geschlossen wurde.

InhaltNächste Runde in der angespannten Beziehung zwischen Washington und Bogotá: US-Präsident Trump belegt Kolumbiens Staatsoberhaupt Gustavo Petro mit Zwangsmitteln. Dieser meldete sich umgehend zu Wort. US-Präsident Donald Trump hat das kolumbianische Staatsoberhaupt Gustavo Petro mit Sanktionen belegt. "Seit dem Amtsantritt von Präsident Gustavo Petro ist die Kokainproduktion in Kolumbien auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten explodiert. Sie überschwemmt die USA und vergiftet Amerikaner", erklärte Finanzminister Scott Bessent am Freitag. "Präsident Petro hat zugelassen, dass die Drogenkartelle gedeihen, und sich geweigert, diese Aktivitäten zu unterbinden. Präsident Trump ergreift heute entschlossene Maßnahmen, um unser Land zu schützen und klarzustellen, dass wir den Drogenschmuggel in unser Land nicht dulden werden." Petro wies auf X die Vorwürfe zurück. Er bekämpfe seit Jahrzehnten die Drogenkartelle und werde nun mit Strafen belegt. Kolumbien habe den USA bei der Eindämmung des Kokainkonsums geholfen: "Meine Regierung hat mehr Kokain beschlagnahmt als in der gesamten Weltgeschichte. Was das US-Finanzministerium tut, ist die Willkür eines Unterdrückungsregimes." Trump hatte am Mittwoch erklärt, sämtliche Finanzhilfen für das Land seien gestoppt worden. Zudem hatte er am Wochenende mit der Anhebung von Zöllen gegen Kolumbien gedroht. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Unterdessen meldete CNN, Trump erwäge gegen Einrichtungen zur Kokainherstellung und Routen für den Drogenschmuggel in Venezuela vorzugehen. Er habe sich jedoch noch nicht entschieden, ob er die Pläne umsetzen werde, berichtete der Sender unter Berufung auf drei Regierungsvertreter. Trump wirft dem venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro vor, am Drogenschmuggel beteiligt zu sein. Auf Anordnung Trumps hat das Militär große Kräfte in der Region zusammengezogen, um den Kampf gegen den Drogenschmuggel voranzutreiben. Maduro weist die Vorwürfe zurück und beschuldigt die USA, ihn stürzen zu wollen. Es ist ein neuer Tiefpunkt in den ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Washington und Bogotá. Kolumbien zählte einst zu den größten Empfängern amerikanischer Hilfsgelder in der westlichen Hemisphäre, doch seit der überraschenden Schließung der Entwicklungsagentur USAID in diesem Jahr ist der Geldfluss deutlich zurückgegangen. Hinzu kommt, dass das Land auf die meisten Exporte in die USA derzeit Zölle von zehn Prozent entrichten muss – das Standardniveau, das Trump für zahlreiche Handelspartner eingeführt hat.