Datum25.10.2025 00:51
Quellewww.zeit.de
TLDRLitauen meldet im Oktober erneut Sichtungen belarussischer Wetterballons im eigenen Luftraum, was zur vorübergehenden Sperrung der Flughäfen Vilnius und Kaunas führte. Dies ist bereits der dritte Vorfall in diesem Monat. Aufgrund der Situation wurden auch Grenzübergänge nach Belarus geschlossen. Ministerpräsidentin Inga Ruginiene drohte mit einer Schließung der Grenze, sollte es zu weiteren Vorfällen kommen. Zudem drangen russische Militärflugzeuge in den litauischen Luftraum ein, was von Staatspräsident Gitanas Nausėda als Völkerrechtsverletzung bezeichnet wurde.
InhaltZum dritten Mal in diesem Monat sollen Ballons aus Belarus in litauischen Luftraum eingedrungen sein. Flughäfen in Vilnius und Kaunas waren mehrere Stunden gesperrt. Litauen hat erneut aus Belarus einfliegende Wetterballons gemeldet. Die litauischen Behörden sprachen von mehreren auf dem Radar sichtbaren Objekten. Wie viele davon in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Mitgliedstaates eingedrungen sind, ist bisher unklar. Wegen der Sichtungen wurde der Flugbetrieb an den Flughäfen Vilnius und Kaunas zwischenzeitlich ausgesetzt. Zunächst wurde der Luftverkehr bis 22 Uhr eingestellt, später wurde die Frist um weitere vier Stunden bis 2 Uhr morgens verlängert, wie das Verkehrsministerium in Vilnius mitteilte. Litauens Grenzschutz schloss aufgrund des Vorfalls vorübergehend die beiden noch offenen Grenzübergänge zu Belarus in Medininkai und Salcininkai. Nach Angaben von Regierungschefin Inga Ruginiene gilt die Maßnahme zunächst bis Samstagmittag. Nach Angaben des litauischen Verkehrsministeriums handelt es sich um den dritten Vorfall dieser Art in diesem Monat. So waren am 5. Oktober Schmugglerballons mit Zigaretten aus Belarus in den Luftraum der Hauptstadt eingedrungen. Ministerpräsidentin Ruginiene drohte am Mittwoch, die Grenze zu Belarus zu schließen, sollte es erneut zu einem solchen Vorfall kommen. Am Donnerstag drangen nach Armeeangaben zwei russische Militärflugzeuge in litauischen Luftraum ein. Die beiden Maschinen seien etwa 700 Meter tief in litauisches Gebiet geflogen und hätten sich etwa 18 Sekunden lang darin aufgehalten. Staatspräsident Gitanas Nausėda sprach von einem "eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht und die territoriale Integrität Litauens". In den vergangenen Wochen war der europäische Flugverkehr wiederholt durch Drohnensichtungen und andere Verletzungen des Luftraums gestört worden, unter anderem an Flughäfen in München, Kopenhagen und in den baltischen Staaten. Mitte September hatte ein ähnlicher Vorfall in Polen für Aufsehen gesorgt.