Syrien: Armee jagt Oumar Diaby, Hassprediger aus Nizza

Datum24.10.2025 21:19

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie syrische Armee führt einen Einsatz in der Provinz Idlib durch, um den französischen Dschihadisten Oumar Diaby, auch bekannt als Omar Omsen, zu fangen. Diaby wird beschuldigt, zahlreiche Franzosen für den Dschihad rekrutiert und zahlreiche Propagandavideos erstellt zu haben. Er wird von den USA als "internationaler Terrorist" eingestuft, während in Frankreich ein Haftbefehl gegen ihn vorliegt. Ein Waffenstillstand zwischen den Regierungstruppen und Diabys Gruppe wurde inzwischen gemeldet; die Auslieferung nach Frankreich bleibt ungewiss.

InhaltDie von Islamisten dominierte Übergangsregierung in Syrien hat französische Dschihadisten in der Provinz Idlib angegriffen. Sie suchen einen bekannten Extremisten. Ob er tatsächlich ausgeliefert wird, ist unklar. Im Nordwesten Syriens haben Regierungstruppen diese Woche einen Einsatz gegen verschanzte französische Dschihadisten gestartet. Hintergrund der Operation ist laut der Nachrichtenagentur AFP die Suche nach französischen Islamisten. Im Fokus steht vor allem: Oumar Diaby, auch bekannt als Omar Omsen. Der Franko-Senegalese soll viele Franzosen für den Dschihad in Syrien rekrutiert haben. Er war der Autor zahlreicher Propagandavideos und als radikaler Hassprediger in Nizza aktiv. Die USA hatten ihn im September 2016 als "internationalen Terroristen" bezeichnet, in Frankreich liegt ein Haftbefehl gegen ihn vor. Diaby hält sich seit 2013 in Syrien auf. Im fast 13-jährigen Bürgerkrieg, der im Dezember 2024 mit dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad durch die islamistische HTS-Miliz unter der Führung von Ahmed al-Sharaa beendet worden war, spielte Diabys Gruppierung keine wesentliche Rolle. 2014 war unter der Führung der USA eine internationale Koalition gegründet worden, um das von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ausgerufene "Kalifat" in Syrien und im Irak zu zerschlagen. Seit 2019 gilt der IS als besiegt. Viele IS-Kämpfer und andere dschihadistische Milizen, darunter nicht wenige Ausländer, zogen sich aber in den Nordwesten des Landes sowie in riesige Wüstengebiete in beiden Ländern zurück und gelten weiterhin als Gefahr. Mehr dazu lesen Sie hier: Die Phantom-Terroristen  Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, die Sicherheitskräfte von De-facto-Machthaber al-Sharaa hätten den "großangelegten Einsatz" am Dienstag gegen ein Lager gestartet, um Diaby und weitere Dschihadisten festzunehmen. Die Beobachtungsstelle hat ihren Sitz in Großbritannien und bezieht ihre Informationen von verschiedenen Quellen in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen, haben sich aber in der Vergangenheit als verlässlich erwiesen. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitagabend meldete, soll mittlerweile ein Waffenstillstand zwischen den Regierungstruppen und der von Diaby angeführten Dschihadisten-Gruppe in der Provinz Idlib gelten. Ob er nach Frankreich ausgeliefert wird, ist folglich noch unklar.