Datum24.10.2025 17:48
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Vogelgrippe breitet sich in Deutschland aus, mit schätzungsweise 2000 verstorbenen Kranichen und der vorsorglichen Tötung zehntausender Hühner und Puten. Außenminister Johann Wadephul hat seine Chinareise aufgrund diplomatischer Spannungen verschoben. Zudem wurde ein NBA-Skandal mit dem FBI festgenommen, bei dem es um Manipulation von Sportwetten und illegale Pokerrunden geht, angeblich mit Verbindungen zur Mafia. Ein neuer Trend unter Kindern, das "6 7 Meme", sorgt für Verwirrung bei Erwachsenen.
InhaltKraniche fallen vom Himmel, die Vogelgrippe breitet sich rasant aus. Außenminister Wadephul verschiebt seine Chinareise. Und das FBI nimmt Basketball-Stars fest. Das ist die Lage am Freitagabend. Die drei Fragezeichen heute: Zehntausende Hühner, Gänse und Puten müssen gekeult werden, Kraniche verenden: Die Vogelgrippe breitet sich in Deutschland aus, wie meine Kollegin Alina Schadwinkel berichtet: "Erste Schätzungen gehen davon aus, dass bisher etwa 2000 Kraniche auf dem alljährlichen Vogelzug nach Süden in den deutschen Rastgebieten an der Geflügelpest verendeten." (Hier mehr.) Ich gehöre leider zu jener Gattung Mensch, die bei jeder Meldung über solche Seuchen mit dem reflexhaften Griff zur Sterillium-Flasche (Virugard!) reagiert und sich eine Maske wünscht. Aber der Text von Alina hat mich einerseits beruhigt: "Bis jetzt sind in Deutschland keine Fälle bekannt, in denen sich Menschen durch kranke Vögel oder deren Kot angesteckt haben." Anderseits haben sich mir vor allem die Wörter "bis jetzt" ins Hirn gebrannt. Aber auch ohne den Übersprung auf den Menschen hat die Tierseuche heftige Folgen: Geflügelhöfe müssen bei einem Ausbruch alle ihre Tiere vorsorglich töten – auf Rügen etwa 55.000 Legehennen, im niedersächsischen Landkreis Cloppenburg 20.500 Puten. Eigentlich sollte Johann Wadephul von Sonntag bis Dienstag nach China reisen. Doch das Auswärtige Amt verschob die Reise – was eigentlich einer vorläufigen Absage gleichkommt, auch wenn es diplomatisch so nicht genannt wird. "Wie in Berlin zu hören ist, hatten unter anderem jüngste kritische Äußerungen Wadephuls zur Rolle Chinas gegenüber Taiwan und zum Krieg Russlands gegen die Ukraine die Chinesen verärgert, wichtige Gesprächspartner wurden nicht zugesagt", berichtet mein Kollege Severin Weiland. Zugleich soll Peking auf Korrekturen der deutschen Kritik an China vor dem Besuch gedrängt haben. Severin sagt: "Wadephuls vorläufige Absage signalisiert daher der kommunistischen Führung im Einparteien-Staat zumindest eines – bei aller Abhängigkeit Deutschlands von wichtigen chinesischen Importen, etwa bei Seltenen Erden, lässt sich Berlin nicht vorführen." "Der Betrug ist unglaublich!" Mit einigem Pathos hat Trumps FBI-Chef Kash Patel die Festnahme mehrerer Basketball-gnihi-größen verkündet. (Mehr hier.) Es gehe um "Betrug und Diebstahl und Raub in Höhe von zweistelligen Millionen-Dollar-Beträgen"; es soll Verbindungen zur sizilianischen Mafia geben. Profisport trifft Cosa Nostra. "Zum einen geht es um manipulierte Sportwetten", berichtet mein Kollege Sebastian Stoll. So soll ein bekannter Spieler eine Verletzung vorgetäuscht haben, um früher vom Platz zu gehen. "Zum anderen geht es um illegale Pokerrunden, bei denen NBA-Prominente als Köder benutzt worden sein sollen, offenbar von mehreren Familien der Cosa Nostra – mit dem Ziel, andere Kartenspieler zu hohen Einsätzen zu locken." Wenig sei dem Zufall überlassen worden: Geschummelt wurde demnach mit Kameras, speziellen Kontaktlinsen, gezinkten Mischmaschinen und sogar einem Röntgenspieltisch. Das ganze habe aber auch eine politische Dimension, sagt Sebastian: "Zwar deutet nichts darauf hin, dass irgendetwas an den Ermittlungen inszeniert sein könnte, dennoch spielt das politische Klima in den USA eine Rolle." So stammt von Trump der Satz, die NBA sei "zu einer Art politischer Organisation geworden – und das ist keine gute Sache". Und wie Trump bisweilen mit politischen Gegnern umgeht, ist bekannt. Für Patel in jedem Fall ein großer Wurf. Eine Lehrerin berichtet, wie ihre Tochter aus dem Alltag ihrer Schulklasse erzählt: Akkuladung 67 Prozent? Die Kinder reagieren mit wippenden Handbewegungen und gröhlen: "Siiiiiix seeeeveeeennnn". Man ist im Mathebuch bei Seite 67 angekommen? Die Kinder "schmeißen sich weg vor Lachen". Das "6 7 Meme" ist in Schulklassen und Spielplätzen der letzte Schrei. Im Wortsinn. Legionen von Eltern, Lehrkräften, Trainern rätseln, was es zu bedeuten hat. Meine Kollegin Kim Staudt hat sich auf die Suche nach dem Ursprung des Trends begeben und zu enträtseln, was es bedeudet: nichts. Und vielleicht ist es gerade deshalb so populär. Weil nicht alles einen tieferen Sinn haben muss. "6 7" ist ein Insiderwitz der Generation Alpha und mittlerweile auch bei älteren Jugendlichen. "Sie wollen sie sich von Erwachsenen abgrenzen, die die Bedeutung nicht verstehen", schreibt Kim. "Ein ›Wir gegen sie‹-Gefühl bei den Heranwachsenden, mit dem sie die Älteren mitunter in den Wahnsinn treiben." Transfermarkt: Die Katze des Frankfurter Bundesligaprofis Michy Batshuayi, 32, benötigt dringend eine Bluttransfusion. Das Tier wurde von einem Auto angefahren und verletzt. Batshuayi nutzt seine Instagram-Reichweite von knapp drei Millionen Followern, um nach Hilfe zu suchen. "Sie ist in kritischem Zustand und muss dringend operiert werden" Hier finden Sie den ganzen Hohlspiegel. Könnten Sie Trüffeleis mit Meersalz und schwarzen Trüffeln zubereiten, das neueste heiße Eis gewissermaßen. Der anstehende Winter verlange "mehr Dichte, mehr Komplexität, mehr Handwerk", wie SPIEGEL-Kochkolumnist Max Stohe schreibt. Mango sei vorbei. Und wenn es doch etwas mit Frucht sein soll, gäbe es noch Soufflé mit Safranbirnen und einem Eis von weißer Schokolade. Strohe fand es "herausragend. Wohlschmeckend. Abwechselnd warm und kalt, eine Wundertüte". (Lesen Sie hier seine ganze Kolumne .) Einen schönen Abend. Herzlich Ihr Oliver Trenkamp, Blattmacher in der Chefredaktion