Infowars: Oberstes US-Gericht bestätigt Milliardenstrafe gegen Alex Jones

Datum14.10.2025 23:49

Quellewww.zeit.de

TLDRDas US-Oberste Gericht hat die Milliardenstrafe von 1,4 Milliarden Dollar gegen den Verschwörungstheoretiker Alex Jones bestätigt. Dies geschah aufgrund seiner falschen Behauptungen über den Sandy-Hook-Schulangriff von 2012, bei dem 20 Kinder und sechs Erwachsene getötet wurden. Jones hatte fälschlicherweise behauptet, der Angriff sei inszeniert worden. Angehörige der Opfer verklagten ihn erfolgreich wegen Verleumdung. Die Entscheidung des Gerichts wird als historisch angesehen, während Jones in der Insolvenz ist und seine Anwälte sich bislang nicht geäußert haben.

InhaltWegen seiner Lügen über einen Schusswaffenangriff an einer Grundschule muss der US-Verschwörungserzähler Alex Jones Milliarden zahlen. Sein Einspruch ist gescheitert. Der rechsextreme US-Verschwörungstheoretiker Alex Jones ist vor dem Supreme Court damit gescheitert, gegen eine Strafe in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar (rund 1,2 Milliarden Euro) vorzugehen. Dazu war Jones verurteilt worden, weil er über sein Onlineportal Infowars Lügen über einen Schusswaffenangriff an einer Grundschule im Jahr 2012 verbreitet hatte.  Bei dem Angriff in Connecticut im Dezember 2012 wurden 20 Schulkinder und sechs Erwachsenen getötet. Jones verbreitete dazu die Falschbehauptung, der Schusswaffenangriff an der Sandy-Hook-Grundschule sei von Schauspielern inszeniert worden. Nach Jones‘ Lügen verklagten Angehörige damals getöteter Kinder und Lehrkräfte den Verschwörungserzähler, sein Portal Infowars und dessen Mutterfirma Free Speech Systems. Im Jahr 2022 entschied eine Jury, dass Jones den Klägern wegen Verleumdung und Zufügung seelischen Leids 965 Millionen Dollar Entschädigung zahlen müsse. Eine Richterin verhängte später zudem einen sogenannten Strafschadenersatz in Höhe von 473 Millionen Dollar gegen Jones.  Weil Jones nicht zahlen konnte, meldete er zunächst für sein Portal Infowars Konkurs an, später folgte die Privatinsolvenz. In seiner Berufung argumentierte Jones, das Gericht habe die gegen ihn erhobenen Vorwürfe nicht gründlich genug geprüft. Ein Anwalt der Hinterbliebenen begrüßte die Entscheidung des Obersten Gerichts. "Wir freuen uns darauf, das historische Urteil der Geschworenen durchzusetzen und Jones und Infowars für ihre Taten zur Rechenschaft zu ziehen", sagte Christopher Mattei. Jones‘ Anwalt äußerte sich bisher nicht.