Japan: Bären töteten seit April zehn Menschen

Datum24.10.2025 17:18

Quellewww.spiegel.de

TLDRSeit April 2023 starben in Japan zehn Menschen durch Bärenangriffe, darunter vier allein im Oktober. In den Regionen Akita und Toyama wurden erneut Menschen verletzt und getötet. Die japanische Regierung sieht die hohe Anzahl an Angriffen als ernsthaftes Problem und plant, mehr Jäger einzustellen und die Bärenpopulation zu kontrollieren. Ursachen für die Angriffe sind unter anderem die Klimakrise und eine schrumpfende Bevölkerung, die Bären in Wohngebiete drängt. In Japan leben der Asiatische Schwarzbär und der Braunbär.

InhaltDie schweren Bärenangriffe in Japan gehen weiter: Lokalmedien zufolge wurde eine Person auf einem Feld tödlich verletzt. Allein im Oktober starben demnach vier Menschen. In Japan sind bei zwei erneuten Bärenattacken ein Mensch getötet und vier weitere Menschen verletzt worden. In einem Bergdorf in der Region Akita habe ein Bär vier Personen angegriffen, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP. Eine von ihnen sei gestorben, die übrigen würden im Krankenhaus behandelt. Bei einem weiteren Vorfall in der Region Toyama wurde nach Angaben eines Behördenvertreters eine ältere Frau bei einer Bärenattacke verletzt. Damit starben in Japan seit April bereits zehn Menschen durch Bärenangriffe. Vor rund einer Woche hatte die Zahl noch bei sieben gelegen. Allein im Oktober starben nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Senders NHK  vier Menschen, 64 wurden verletzt. NHK und andere Lokalmedien berichteten, dass zwei der Verletzten in Akita auf einem Feld arbeiteten, als sie angegriffen wurden. Die beiden anderen Personen seien zu Hilfe geeilt und ebenfalls von dem Bären attackiert worden. Den Berichten zufolge tötete ein Jäger in der Nähe später einen Bären. Die Polizei prüfe, ob es sich um dasselbe Tier handelt. Sehen Sie hier ein Video zu den Bärenangriffen: Die Regierung in Tokio bezeichnete die außergewöhnlich vielen Angriffe zuletzt als "ernsthaftes Problem". Umweltminister Hirotaka Ishihara sagte, die Regierung wolle unter anderem mehr Jäger einstellen und ausbilden. Zudem solle die Zahl der Bären stärker kontrolliert werden. Auf der Insel Hokkaido warnten die Behörden die Bevölkerung mit Flyern vor den Tieren. Ein Experte des Instituts für Forstwirtschaft warnte im öffentlich-rechtlichen Rundfunk davor, Pilze oder Wildgemüse in den Bergen zu sammeln. Seit einigen Jahren sind in Japan vermehrt wild lebende Bären zu beobachten. Sie attackieren Touristen oder verirren sich in Geschäfte. Ein Grund dafür ist die Klimakrise: Wegen der steigenden Temperaturen finden die Bären weniger Nahrung. Da die Bevölkerung in Japan schrumpft und in Städte abwandert, dringen die Tiere zunehmend auch in Wohngebiete vor. In dem ostasiatischen Staat leben zwei Bärenarten: der Asiatische Schwarzbär oder Kragenbär sowie der größere Braunbär. Tausende von ihnen werden jedes Jahr abgeschossen.