Datum24.10.2025 16:50
Quellewww.zeit.de
TLDRKroatien hat die Wiedereinführung der Wehrpflicht für Männer beschlossen, wobei der Jahrgang 2007 noch bis Ende des Jahres gemustert wird. Die Wehrdienstdauer beträgt zwei Monate, um grundlegende militärische Fähigkeiten zu vermitteln. Dies geschieht vor dem Hintergrund gestiegener Spannungen in Europa durch den Krieg in der Ukraine und einem allgemeinen Aufrüsten auf dem Balkan. Kroatien hatte die Wehrpflicht 2008 abgeschafft und bietet nun auch die Möglichkeit eines zivilen Ersatzdienstes für Kriegsdienstverweigerer an.
InhaltDas Parlament in Kroatien hat die Wiedereinführung der Wehrpflicht für Männer beschlossen. Noch bis Ende des Jahres soll der Jahrgang 2007 gemustert werden. Das kroatische Parlament hat für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht für Männer gestimmt. 84 Abgeordnete des Parlaments in dem EU- und Nato-Mitgliedsland votierten am Freitag dafür, elf dagegen. Es gab 30 Enthaltungen. Laut dem öffentlich-rechtlichen Rundfunksender HRT ist ein Wehrdienst mit einer Dauer von zwei Monaten vorgesehen, in dem eine militärische Grundausbildung vermittelt werden soll. Das Verteidigungsministerium erklärte, jungen Menschen sollten auf diese Weise Grundfertigkeiten und Wissen vermittelt werden, die "in Krisensituationen benötigt" werden, um sie in die Lage zu versetzen, einen Beitrag zur nationalen Sicherheit zu leisten. Nach Angaben von HRT sollen wehrpflichtige Männer des Jahrgangs 2007 noch bis Ende des Jahres zu ärztlichen Tauglichkeitsuntersuchungen einberufen werden. Sie erhalten während des Dienstes eine Vergütung. Kriegsdienstverweigerer können laut HRT einen zivilen Ersatzdienst leisten. Kroatien hatte die Wehrpflicht im Jahr 2008 zugunsten eines Freiwilligendienstes abgeschafft. Der Schritt der Wiedereinführung fällt in eine Zeit gestiegener Spannungen in Europa im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zugleich ist auf dem Balkan, der in den 1990er Jahren Schauplatz blutiger Kriege war, ein Aufrüsten zu beobachten. Auch Kroatien hat in einer Zeit, in der viele europäische Länder eine Ausweitung des Konflikts in der Ukraine befürchten, in seine Streitkräfte investiert. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.