Datum24.10.2025 16:41
Quellewww.spiegel.de
TLDRMicrosoft hat seinen Chatbot Copilot um einen virtuellen Assistenten namens Mico erweitert, der bei Voicechats erscheinen soll. Mico ist ein emoji-artiges Wesen, das seine Farbe ändern kann und auf Gespräche reagiert, um eine natürliche Interaktion zu ermöglichen. Der Charakter ist zunächst nur in den USA verfügbar und soll eine warme, anpassbare Präsenz bieten. Nutzer können Mico aktivieren oder deaktivieren. Kritiker zeigen sich skeptisch und vergleichen ihn mit dem früheren, unbeliebten Assistenten Clippy.
InhaltMit animierten Digitalassistenten hat Microsoft nicht nur gute Erfahrungen gemacht. Jetzt ergänzt der Konzern seine KI-Software Copilot um ein virtuelles Wesen, das seine Farbe ändern kann. Microsoft hat diverse Neuerungen bei seinem Digitalassistenten Copilot vorgestellt . Die wohl überraschendste davon ist, dass das US-Unternehmen seiner KI-Software ein Gesicht verpasst. Der Ankündigung zufolge soll bei Voicechats mit Copilot künftig ein virtuelles Wesen namens Mico auf dem Bildschirm erscheinen. Es sieht aus wie Wölkchen mit Mund und Augen, genauso könnte man es aber für ein Tröpfchen oder einen Farbklecks halten. Der neue, Emoji-artige Charakter, der zunächst nur für US-User verfügbar ist, sei "ausdrucksstark, anpassbar und warmherzig", verspricht Microsoft. Er höre zu, reagiere auf das Gesagte und ändere sogar seine Farbe, basierend auf den jeweiligen Interaktionen. Sprachchats mit KI könnten sich so natürlicher anfühlen, meint das Unternehmen. Das Techmagazin "The Verge" zitiert einen Microsoft-Manager mit den Worten: "Die ganze Technologie tritt in den Hintergrund, und man fängt einfach an, mit dieser niedlichen Kugel zu sprechen und baut eine Verbindung zu ihr auf." Einen ersten Eindruck von Mico liefert ein kurzes YouTube-Video . In dem Clip scheint sich das Wesen vor Freude im Kreis zu drehen, auch die Farbänderungen sind zu sehen. Seltsamerweise allerdings kommt der knapp 40-sekündige Clip gänzlich ohne Sound daher, obwohl Mico explizit für Voicechats gedacht ist. In der Kommentarspalte unter dem Video hält sich die Begeisterung auch deshalb in Grenzen. 22 Stunden nach dem Upload kommt das Video gerade mal auf 33 Kommentare, darunter Sprüche wie "Für das hier ist Clippy nicht gestorben" und "Clippy zittert in seinem Grab". Sie spielen auf einen Digitalassistenten an, den Microsoft einst in seine Office-Software verbaut hatte: Clippy aka Karl Klammer. Clippy hatte einst den Ruf, Menschen auf der ganzen Welt in den Wahnsinn zu treiben, mehr dazu lesen Sie hier. Mitte der Neunzigerjahre erstmals dort aufgetaucht, war Clippy schon Mitte der Nullerjahre wieder aus Office verschwunden. Mit genügend Jahren Abstand allerdings scheint so mancher User den aufdringlichen virtuellen Helfer fast schon zu vermissen. Man darf jedenfalls gespannt sein, ob es auch Mico wie einst Clippy schafft, weltweite Bekanntheit zu erlangen. Bei der Namensgebung zumindest war Microsoft schon mal origineller. Der Name des neuen Wesens ist lediglich eine Kurzform von Microsoft Copilot. "The Verge" zufolge wird Mico in den USA bei Sprachchats künftig standardmäßig aktiviert sein. Nutzerinnen und Nutzer sollen ihn aber auf Wunsch auch abschalten können.