Datum24.10.2025 14:53
Quellewww.zeit.de
TLDRNiedersachsens rot-grüne Landesregierung plant eine Reform des Schulgesetzes, die es Schulen ermöglicht, bei extremem Wetter wie Sturm oder Glatteis in den Distanzunterricht zu wechseln. Präsenzunterricht bleibt jedoch der Regelfall. Die Regelung soll auch bei Ausfällen der Schülerbeförderung greifen und künftig einen rechtlichen Rahmen für digitale Lernformate bieten. Schulleitungen können in Einzelfällen Distanzunterricht anordnen. Verbände warnen, die Regelung nicht als Vorwand für Personal- und Platzmangel zu nutzen. Die Reform bedarf noch der Zustimmung des Landtags.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Schulen“. Lesen Sie jetzt „Distanzunterricht bei Sturm und Glatteis? Land plant Reform“. Bei extremem Sturm, Glatteis oder Hitze sollen Niedersachsens Schulen künftig in den Distanzunterricht wechseln können. Das plant die rot-grüne Landesregierung im Zuge einer Reform des Schulgesetzes. Die Neuerungen sehen vor, dass der Unterricht in Präsenz der Regelfall bleibt – gleichzeitig soll der Distanzunterricht aber eine gesetzliche Grundlage bekommen. Wenn der Besuch der Schule beispielsweise nach einem Feuer unmöglich ist, könnten die Schulen zum digitalen Lernen wie in der Corona-Zeit übergehen. Darüber hinaus wollen SPD und Grüne den Distanzunterricht auch aus pädagogischen oder organisatorischen Gründen ermöglichen, um Freiräume für innovative Unterrichtsformate zu schaffen. Das hatte die Landesregierung bereits Anfang Oktober mitgeteilt. Mit Blick auf Extremwetterlagen ergänzte das Kultusministerium nun: Distanzunterricht sei auch denkbar, wenn es zu einem Ausfall der Schülerbeförderung komme und dadurch Unterrichtsausfall drohen würde. "Hitzefrei soll davon nicht automatisch umfasst sein, Schulleitungen können jedoch auch hier in Einzelfällen Distanzunterricht anordnen", sagte eine Sprecherin von Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne). Der Präsenzunterricht werde indes auch in Zukunft Vorrang haben. "Wir öffnen hiermit keineswegs irgendeine Hintertür, was einige Verbände befürchten", sagte die Sprecherin. Zuvor hatten mehrere Verbände, darunter der Landeselternrat und Lehrervertretungen, laut "Hannoverscher Allgemeiner Zeitung" davor gewarnt, die geplante Regelung zum Distanzunterricht dürfe nicht dafür genutzt werden, den Personal- und Platzmangel zu kaschieren. Die geplante Änderung des Schulgesetzes ist bislang nur ein Entwurf. Beschließen müsste sie der Landtag. © dpa-infocom, dpa:251024-930-203338/1