Arbeit: Schlichtervorschlag im Tarifkonflikt bei Oettinger

Datum24.10.2025 13:45

Quellewww.zeit.de

TLDRIm Tarifkonflikt der Brauerei Oettinger gibt es Bewegung durch einen Schlichtervorschlag von Benedikt Hövelmann, dem die Gewerkschaft NGG bereits zugestimmt hat. Dieser sieht eine Rückkehr zu Manteltarifverträgen und eine Erhöhung der Entgelte um 2 Prozent rückwirkend ab Juli sowie 0,8 Prozent ab Januar 2026 vor. Oettinger-Chef Stefan Blaschak erkennt den Vorschlag als konstruktiv an, betont jedoch, dass es noch keine endgültige Einigung gibt. Die NGG warnt vor einer Eskalation, sollte Oettinger ablehnen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Arbeit“. Lesen Sie jetzt „Schlichtervorschlag im Tarifkonflikt bei Oettinger“. In das seit Monaten dauernde Ringen um einen Tarifabschluss für die Beschäftigten der Brauerei Oettinger könnte Bewegung kommen. Der Schlichter Benedikt Hövelmann hat laut NGG mögliche Eckpunkte für eine Lösung vorgeschlagen, denen die Gewerkschaft bereits zugestimmt hat. Am Dienstag waren lange Schlichtungsverhandlungen ohne Einigung zu Ende gegangen, im Laufe der Tarifauseinandersetzung hat es bereits mehrtägige Warnstreiks gegeben.  Oettinger-Chef Stefan Blaschak bestätigte, dass der Schlichter einen Vorschlag unterbreitet habe, betonte aber: "Dabei handelt es sich nicht um einen Schlichterspruch, sondern lediglich um einen Vorschlag für eine Empfehlung, den wir als konstruktiv empfinden." Details könnten nicht genannt werden, da Stillschweigen bis zur finalen Schlichterempfehlung vereinbart worden sei. Für die Zukunft von Oettinger sei "eine lösungsorientierte Fortsetzung dieses Prozesses elementar" betonte er. Anders als die Brauerei nennt die NGG Inhalte der Empfehlung. Ihr zufolge soll der Vorschlag vorsehen, die Manteltarifverträge für die Betriebsstätten in Mönchengladbach, Oettingen und Walldorf mit einigen redaktionellen Änderungen wieder einzusetzen. Damit wäre der Gewerkschaft zufolge eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit vom Tisch. Zudem empfehle der Schlichter eine tabellenwirksame Erhöhung aller Entgelte um 2 Prozent rückwirkend zum 1. Juli und um 0,8 Prozent zum 1. Januar 2026 bei einer Laufzeit von 17 Monaten. "Die vorgeschlagene Entgelterhöhung liegt weit unter den branchenüblichen Abschlüssen", sagt NGG-Verhandlungsführer Tim Lubecki. "Aber die Wiedereinsetzung der Manteltarifverträge schafft für die Beschäftigten Sicherheit. Daher sind wir bereit, diesen Weg mitzugehen." Die NGG erwarte, dass sich auch die Beschäftigten deutlich hinter den Vorschlag stellen.  Sollte Oettinger nicht zustimmen, drohte die NGG eine erneute Eskalation des Tarifkonflikts an. Einer alljährlichen Erhebung des weltgrößten Hopfenhändlers BarthHaas aus Nürnberg zufolge, war die Oettinger Gruppe vergangenes Jahr die nach Bierausstoß drittgrößte Brauereigruppe Deutschlands hinter Radeberger und TCB (Frankfurter Brauhaus, Feldschlößchen, Gilde Brauerei) und vor der Paulaner Gruppe. Weltweit liegt Oettinger nach diesem Ranking auf Platz 30. © dpa-infocom, dpa:251024-930-202903/1