Gespräche zwischen Lufthansa und Pilotengewerkschaft gescheitert

Datum24.10.2025 13:04

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Gespräche zwischen Lufthansa und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit sind nach sieben Runden gescheitert, was neue Streiks droht. Die Gewerkschaft plant, sich wieder auf ursprüngliche Tarifthemen zu konzentrieren, darunter die Zukunft der Mittelstreckenflotte. Ein umfassendes Lösungskonzept für die Piloten wird angestrebt. Die VC fordert eine Verdreifachung des Arbeitgeberanteils bei Betriebsrenten, konnte jedoch keine Einigung erzielen. Die Tarifkommission wird nächste Woche über das weitere Vorgehen beraten.

InhaltIm Tarifkonflikt zwischen Lufthansa und der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit gibt es auch in der siebten Runde keine Einigung. Nun drohen wieder Streiks. Reisende müssen sich womöglich wieder auf einen umfassenden Streik von Lufthansapiloten  einstellen. Nach umfangreichen Sondierungen über mehrere Wochen hat die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) die Gespräche mit dem Konzern zu einer möglichen großen Lösung ohne Ergebnis beendet. Über das weitere Vorgehen will die Tarifkommission der Gewerkschaft in der kommenden Woche beraten. Man wolle sich nun wieder den ursprünglichen Tarifthemen zuwenden, kündigt die VC an. Nach einer Urabstimmung ist sie grundsätzlich in der Lage, jederzeit einen Streik bei der Lufthansa-Kernmarke und der Frachttochter Lufthansa Cargo zu beginnen. Nach Darstellung der VC wurde in den vergangenen Tagen über eine umfassende Lösung etlicher Konfliktfelder zwischen den Piloten und der Airline gesprochen. Dazu gehört insbesondere die Zukunft der Mittelstreckenflotte, die das Management aus Kostengründen in die Tochtergesellschaften City Airlines und Discover verlagern will. Für Lufthansa-Piloten würde das weniger Jobs und Karrierechancen bedeuten. Die VC strebt deshalb ein Gesamtkonzept für die Europaflotte an, das auch Tarifverträge für die Piloten bei den Töchtern beinhaltet. Das Management habe erste Angebote bereits an erhebliche Zugeständnisse der Piloten geknüpft, die inakzeptabel seien, berichtet Tarifkommissionschef Arne Karstens. Ein Unternehmenssprecher lehnte Angaben zu Details ab. Das Unternehmen setze weiterhin auf Gespräche. Streiken dürften die Piloten nur für tariflich erreichbare Ziele. Daher geht es in dem Tarifkonflikt offiziell um die Betriebsrenten der rund 4800 Pilotinnen und Piloten. Die Gewerkschaft war mit der Forderung nach einer Verdreifachung des Arbeitgeberanteils in die Verhandlungen gegangen. Eine Einigung wurde im Laufe von sieben Verhandlungsrunden aber nicht erreicht.