Datum24.10.2025 09:44
Quellewww.spiegel.de
TLDREin 21-jähriger mutmaßlicher IS-Sympathisant hat bei Dillingen mit einem Luftgewehr auf 22 Fahrzeuge geschossen, um "Ungläubige" zu töten. Die Generalstaatsanwaltschaft München ermittelt wegen versuchten Mordes. Der Täter wurde am 13. September festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Obwohl niemand verletzt wurde, ergaben die Ermittlungen Hinweise auf einen extremistischen Hintergrund. Der Verdacht auf versuchten Mord wurde erheblich ausgeweitet, und ein neuer Haftbefehl wurde am 14. Oktober erlassen.
InhaltEin mutmaßlicher IS-Sympathisant soll mit einem Luftgewehr auf 22 Fahrzeuge geschossen haben, um "Ungläubige" zu töten. Gegen den Mann wird wegen versuchten Mordes ermittelt. Die Schüsse auf mehrere Fahrzeuge bei Dillingen an der Donau sollen einen islamistischen Hintergrund gehabt haben. Der 21-jährige mutmaßliche Täter stehe im Verdacht, bei den Taten im September als Sympathisant der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gehandelt zu haben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft München mit. Sie erwirkte einen Haftbefehl wegen versuchten Mordes in 22 Fällen. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. Menschen wurden durch die Schüsse nicht verletzt, es entstanden jedoch Schäden an den betroffenen Fahrzeugen. Der junge Mann soll demnach am 9. und 11. September dieses Jahres mit einem Luftgewehr auf 22 zufällig ausgewählte Fahrzeuge auf der Bundesstraße 16 bei Dillingen an der Donau in Schwaben geschossen haben. Sein Ziel soll es laut der Generalstaatsanwaltschaft gewesen sein, schwere Unfälle zu verursachen und die Insassen dabei zu töten oder schwer zu verletzen. Polizisten nahmen den türkischen Staatsbürger den Angaben zufolge am 13. September in der Nähe des Tatorts fest und stellten bei ihm ein frei zu erwerbendes Luftgewehr sicher. Einige Luftgewehrtypen dürfen unter bestimmten Regularien in Deutschland gekauft werden, ohne dass man dafür eine Waffenbesitzkarte benötigt. Der 21-Jährige kam zunächst unter anderem wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, versuchter gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung in Untersuchungshaft. Im Zuge der Ermittlungen hätten sich Anhaltspunkte für einen extremistischen Tathintergrund ergeben, hieß es. Daraufhin übernahm die Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus bei der Generalstaatsanwaltschaft München das Verfahren. Die bisherigen Ermittlungen deuteten darauf hin, dass der Beschuldigte als Sympathisant der terroristischen Vereinigung des sogenannten Islamischen Staats (IS) "Ungläubige" habe töten wollen. Die Zahl der Verdachtsfälle habe sich zudem von ursprünglich 6 auf 22 erhöht. Der Verdacht laute mittlerweile auf versuchten Mord. Das Amtsgericht München erließ demnach am 14. Oktober entsprechend einen neuen Haftbefehl. Weitere Auskünfte seien aufgrund der laufenden Ermittlungen derzeit nicht möglich. Bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gelte die Unschuldsvermutung.