Datum24.10.2025 08:09
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Ostflügel des Weißen Hauses wurde fast vollständig abgerissen, um Platz für einen neuen Ballsaal zu schaffen, den sich Präsident Donald Trump wünscht. Kritiker fordern einen Baustopp, da der Abriss ohne angemessene Genehmigungen erfolgt ist. Das Projekt soll 300 Millionen Dollar kosten und vollständig privat finanziert werden, unter anderem durch große Unternehmen. Trump betont, das Weiße Haus bleibe unberührt und plant weitere Umbauten. Historische Elemente des Ostflügels wurden dokumentiert und eingelagert.
InhaltUS-Präsident Donald Trump wünscht sich einen prunkvollen Ballsaal an seinem Dienstsitz. Dafür musste der Ostflügel des Weißen Hauses weichen. Denkmalschützer fordern einen Baustopp. Das Weiße Haus hat keinen Ostflügel mehr. Der Gebäudeteil wurde nahezu vollständig abgerissen. Er macht Platz für einen neuen Ballsaal, den sich US-Präsident Donald Trump wünscht. Am Donnerstagmittag (Ortszeit) war auf Fotos nur noch ein kleiner Teil des 1942 errichteten Gebäudeteils sichtbar. Trump hatte am Vortag angekündigt, dass dies geschehen werde. Die Arbeiten am Ballsaal sollen vor dem Ende von Trumps zweiter Amtszeit im Januar 2029 abgeschlossen sein. Der Republikaner hatte im Sommer mehrmals betont, das neue Gebäude werde das Weiße Haus nicht berühren. Kritiker sprechen deshalb von Wortbruch. Das Weiße Haus ist in den USA auch als "House of the People" bekannt, also als "Haus des Volkes". Denkmal- und Bürgerrechtsorganisationen werfen Trump vor, ohne angemessene Genehmigungsverfahren in das historische Ensemble einzugreifen. Sie fordern einen Baustopp, bis das Projekt von den zuständigen Behörden geprüft wurde. Der rund 8000 Quadratmeter große Saal soll etwa 300 Millionen Dollar kosten, also rund 275 Millionen Euro, den neoklassizistischen Stil des Präsidentensitzes beibehalten und Platz für rund 1000 Gäste bieten. Nach Angaben des Weißen Hauses wird der Neubau über eine Lobby und eine Brücke mit dem Hauptgebäude verbunden. "Vertrauen Sie einfach dem Prozess", sagte Leavitt und wies die Kritik zurück, Baupläne änderten sich nun mal. Es handele sich um eine rechtlich zulässige Maßnahme, die keine Kosten für die Steuerzahler verursache, erklärte die Sprecherin. Nach rechtlicher Auffassung der zuständigen Bauaufsichtsbehörde der Hauptstadt müssten Abrissarbeiten dort nicht angemeldet werden, sondern nur die Pläne dafür, was an der Stelle gebaut werden solle. Nach Regierungsangaben wird der Bau des neuen Ballsaals vollständig privat finanziert. Eine vom Weißen Haus veröffentlichte Spenderliste nennt zahlreiche große Unternehmen und wohlhabende Einzelpersonen. Darunter sind Palantir, Apple, Google, Amazon, T-Mobile, Meta und Lockheed Martin. T-Mobile, eine Tochter der Deutschen Telekom, teilte allerdings auf Anfrage mit, man habe zum 250. Geburtstag der USA Geld an eine Stiftung gespendet, die mit dem National Park Service bei der Verbesserung historischer Orte der Hauptstadt kooperiere. Außerdem habe man keinen Einfluss auf die Verwendung der Spendengelder gehabt. Trump kündigte an, sich auch mit eigenen Mitteln an dem Projekt zu beteiligen. Es sagte bisher aber nicht, wie hoch dieser Betrag sein wird. Laut Trump sind bislang Spendenzusagen in Höhe von 350 Millionen Dollar zusammengekommen. Leavitt betonte, auch frühere Präsidenten hätten das Weiße Haus mehrfach umgestaltet, und zeigte während der Pressekonferenz Fotos vergangener Umbauten. Die nun sichtbaren Abrissarbeiten seien Teil der ersten Bauphase. Auf die Frage, ob Trump weitere Renovierungen plane, sagte sie: "Nicht, soweit ich weiß. Aber er ist im Herzen ein Bauherr. Seine Gedanken kreisen immer darum, wie sich das Weiße Haus verbessern lässt." Der Ostflügel, in dem traditionell die Büros der First Lady untergebracht waren, wurde 1942 errichtet und mehrfach renoviert. Die Büros der First Lady sollen nach Abschluss der Bauarbeiten wieder zurückkehren, sagte Leavitt. Nach Angaben des Weißen Hauses wurden alle historischen Elemente dokumentiert und eingelagert. Das Projekt ist Teil einer Reihe von Umbauten, mit denen Trump die Regierungszentrale nach seinem Geschmack umgestaltet. So ließ er große Flaggenmasten aufstellen, den Rasen im Rosengarten zupflastern und er dekorierte die Wände des Oval Office mit goldfarbenen Ornamenten.