Datum23.10.2025 07:23
Quellewww.spiegel.de
TLDRNach dem spektakulären Juwelendiebstahl im Louvre hat Direktorin Laurence des Cars ihr Versagen bei der Sicherheitsüberwachung eingeräumt und ihren Rücktritt angeboten, den die Kulturministerin jedoch ablehnte. Der Einbruch offenbarte gravierende Schwächen, wie unzureichende Videoüberwachung. Trotz funktionierender Alarmanlage und korrektem Verhalten der Angestellten forderte des Cars einen Polizeiposten im Museum. Der geschätzte Schaden beträgt 88 Millionen Euro, während die Suche nach den Tätern und den gestohlenen Juwelen weiterhin läuft.
Inhalt"Ein Teil der Verantwortung" liege bei ihr: Louvre-Direktorin Laurence des Cars hat nach dem spektakulären Einbruch in das Museum ihren Rücktritt angeboten. Die Kulturministerin lehnte das jedoch ab. Nach dem spektakulären Juwelendiebstahl im Pariser Louvre hat die Museumsdirektorin Laurence des Cars Schwächen bei der Sicherheit eingeräumt: "Wir erleben ein schreckliches Versagen im Louvre, für das ich meinen Teil der Verantwortung übernehme", sagte sie bei einer Befragung im französischen Senat in Paris. Das Museum habe unzureichende Videoüberwachung an den Außenwänden des Museums und andere "Schwachstellen", die durch die Tat aufgedeckt worden seien. An der Fassade der von dem Diebstahl betroffenen Apollo-Galerie gebe es nur eine einzige Kamera, und die habe nicht das betroffene Fenster im Visier gehabt, sagte des Cars. "Das ist unser Schwachpunkt", so die Museumsdirektorin weiter. "Wir haben die Ankunft der Diebe nicht mitbekommen." Des Cars sagte auch, dass sie am Sonntag ihren Rücktritt angeboten habe. Die französische Kulturministerin Rachida Dati habe dies jedoch abgelehnt. Das Angebot habe sie gemacht, nachdem sie mit der Kulturministerin und dem Innenminister Laurent Nuñez am Sonntag die Folgen der "schrecklichen Attacke, die wir gerade erlebt haben", begutachtet hätte. Die Alarmanlage habe jedoch funktioniert, und die Angestellten hätten sich korrekt verhalten, sagte de Cars. Sie forderte die Einrichtung eines Polizeipostens im Inneren des Museums und kündigte an, dass es bei der Umsetzung des Sicherheitsplans "keine Verzögerungen" geben werde. Allerdings machte sie auch klar, dass den Maßnahmen Grenzen gesetzt sein: "Museen sind keine Festungen und werden es auch nicht werden. Es liegt in ihrer Natur, offen zu sein." Die Erklärung der Louvre-Präsidentin folgte drei Tage nach dem spektakulären Einbruch im Louvre, bei dem historische Juwelen gestohlen wurden. Nach den Tätern und der dem Diebesgut wird gesucht. Das Museum öffnete am Mittwoch das erste Mal wieder. Der Schaden wird auf 88 Millionen Euro geschätzt, wobei jedoch der kulturhistorische Wert nicht berücksichtigt ist. Die Diebe könnten jedoch nicht mit diesem Betrag rechnen, "sollten sie auf die sehr schlechte Idee kommen, diese Juwelen einzuschmelzen", sagte Staatsanwältin Laure Beccuau. Lesen Sie hier, was ein Sicherheitsexperte über die Louvre-Einbrecher sagt.