Datum23.10.2025 03:40
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Dublin eskalieren seit drei Nächten Proteste gegen Asylsuchende vor einem Hotel, ausgelöst durch einen mutmaßlichen Übergriff auf ein Mädchen. Randalierer attackieren die Polizei, zwei Beamte wurden verletzt. Hunderte Demonstranten standen mehreren Polizisten gegenüber, wobei Steine und Feuerwerkskörper geworfen wurden. Die Unruhen, die von sozialen Medien angeheizt werden, erinnern an ähnliche Ausschreitungen in Großbritannien im Sommer 2024. Ein 26-jähriger Verdächtiger wurde bereits vor Gericht gestellt.
InhaltIn der irischen Hauptstadt eskalieren Proteste gegen Asylsuchende. Auch in der Nacht zu Donnerstag flogen Steine und Flaschen, zwei Polizisten wurden verletzt. Hintergrund ist ein angeblicher Übergriff auf ein Mädchen. Die Szenen erinnern an die Übergriffe in England im Sommer 2024. Ein wütender Mob versammelt sich vor einer Unterkunft für Asylsuchende, es kommt zu Zusammenstößen mit der Polizei. Dieses Mal allerdings steht Irland im Fokus, konkret ein Hotel im Südwesten der Hauptstadt Dublin. In der dritten Nacht in Folge haben dabei Randalierer die Sicherheitskräfte attackiert. Zwei Beamte wurden laut "Guardian" verletzt, einer am Kopf, der andere an der Schulter. Beide mussten nach den Übergriffen im Krankenhaus behandelt werden. In den Abendstunden des Mittwochs hatten sich in dem Vorort Saggart mehrere hundert Demonstranten und nur 40 Polizisten gegenübergestanden. Diese wurden dann von einer Sonderheit gegen öffentliche Unruhen unterstützt. Aus der Menge flogen Steine, Feuerwerkskörper und Abfall. Vor den Ausschreitungen hatte es Medienberichte gegeben, dass ein Asylsuchender am Montag ein zehnjähriges Mädchen sexuell missbraucht haben soll. Laut "Guardian" erschien ein 26-jähriger Tatverdächtiger am Dienstag vor einem Gericht in Dublin. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hatten Demonstranten unter anderem versucht, eine Polizeikette mit Pferdewagen zu durchbrechen. Ein Polizeihubschrauber sei zudem mit Lasern gestört und eine Beamtin am Fuß verletzt worden. "Diese Handlungen können nur als Rowdytum bezeichnet werden. Es handelte sich um einen Mob, der gewalttätig gegen die Gardaí vorging", sagte Kommissar Justin Kelly laut der Nachrichtenagentur PA am Mittwoch. Garda Síochána heißt die irische Nationalpolizei, ihre Mitglieder werden als Gardaí bezeichnet. Der irische öffentlich-rechtliche Sender RTÉ zitierte den Einsatzleiter der Polizei, wonach es sich um eine Versammlung handelte, "die in sozialen Medien von unterschiedlichen Gruppen organisiert wurde, die Hass und Gewalt säen und andere dazu ermutigen, sich zu beteiligen". Im Sommer 2024 hatte es in Großbritannien nach einem tödlichen Messerangriff auf Kinder in Southport rechtsradikale Ausschreitungen in zahlreichen Städten gegeben. Dabei waren Dutzende Polizisten verletzt sowie Fahrzeuge angezündet und Geschäfte geplündert worden. Inzwischen sind mehr als 200 Menschen in diesem Kontext verurteilt worden.