Krieg in der Ukraine: Trump will Treffen mit Putin abgesagt haben – USA verhängen Sanktionen gegen russische Ölfirmen

Datum23.10.2025 00:10

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Präsident Donald Trump hat ein geplantes Treffen mit Wladimir Putin abgesagt, da es sich "nicht richtig angefühlt" habe. Stattdessen verhängt die US-Regierung Sanktionen gegen die größten russischen Ölfirmen, Rosneft und Lukoil, zur Finanzierung von Putins Krieg gegen die Ukraine. Trump hofft, dass die Maßnahmen zu einer Beendigung des Konflikts führen, und plant ein Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping, um dessen Einfluss auf Putin zu diskutieren. Neue EU-Sanktionen wurden ebenfalls beschlossen.

InhaltEigentlich wollte der US-Präsident bald persönlich mit dem Kremlchef sprechen. Das habe sich aber "nicht richtig angefühlt", erklärt nun Trump. Seine Regierung verhängt stattdessen Strafmaßnahmen gegen die beiden größten Ölfirmen Russlands. Der US-Präsident hat das in Aussicht gestellte baldige Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin in Budapest nach eigenen Angaben abgesagt. Es habe sich nicht richtig angefühlt, sagte Donald Trump zur Begründung. Jedes Mal, wenn er mit Putin gesprochen habe, seien es zwar gute Gespräche gewesen – sie hätten aber zu nichts geführt. In der Zukunft solle es aber ein Treffen zwischen ihm und Putin geben, sagte Trump bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte im Weißen Haus. Einen genaueren Zeitpunkt nannte er dabei nicht. Nur kurz zuvor hatte die US-Regierung neue Sanktionen gegen russische Ölfirmen verhängt. Angesichts der Weigerung von Putin, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden, verhänge sein Ministerium Sanktionen gegen die beiden größten Ölfirmen Russlands, heißt es in einer Mitteilung von US-Finanzminister Scott Bessent. Diese finanzierten Russlands Kriegsmaschinerie. Die Sanktionen richten sich nach Angaben des Ministeriums gegen den russischen Staatskonzern Rosneft – geführt von Igor Setschin, einem engen Vertrauten von Putin – und Lukoil. Außerdem seien Tochterunternehmen der beiden Konzerne in Russland betroffen. Das Ministerium sei "bereit, noch weiter zu gehen, falls dies notwendig sein sollte", fügte Bessent laut der Erklärung hinzu. Er rief zudem die Verbündeten der USA auf, sich den Sanktionen anzuschließen. Nur kurz zuvor hatten sich die EU-Mitgliedstaaten auf neue Sanktionen gegen Moskau geeinigt. Die Strafmaßnahmen richteten sich vor allem gegen russisches Öl und Gas, erklärte in Brüssel die derzeitige dänische EU-Präsidentschaft (mehr dazu hier). Der US-Präsident bemüht sich seit Monaten, auf Putin einzuwirken, um ihn zu einer Beendigung des Krieges in der Ukraine zu bewegen – bisher ohne Erfolg. Nach der Ankündigung Bessents sagte Trump nun, er hoffe, dass die neuen Sanktionen Putin zur Vernunft bringen würden. Er hoffe auch, dass die Sanktionen nicht lange in Kraft bleiben müssten. Trump will sich zudem eigenen Angaben zufolge mit Chinas Präsident Xi Jinping treffen, um unter anderem über ein Ende des russischen Angriffskrieges zu sprechen. Er glaube, Xi könnte großen Einfluss auf Putin haben, sagte Trump. Trump und Xi würden am Rande des Apec-Gipfels in Südkorea zu einem Gespräch zusammenkommen, sagte Finanzminister Bessent dem Sender Fox Business Network. Der US-Präsident hatte noch kürzlich offen gelassen, ob es zu der Begegnung kommen wird. Das Treffen findet auch vor dem Hintergrund eines Streits über chinesische Exportkontrollen für seltene Erden und mögliche Vergeltungsmaßnahmen der USA statt. Bessent erklärte, er werde noch am Mittwochabend nach Malaysia reisen, um dort mit dem chinesischen Vizeministerpräsidenten He Lifeng zusammenzutreffen. Ziel sei es, den Streit noch vor dem Apec-Gipfel vom 31. Oktober bis 1. November beizulegen.