Datum24.05.2025 14:09
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Zeitungsreportage gewährt Einblicke in den universitären Präpariersaal, wo Medizinstudierende Leichen sektionieren. Dieser Prozess, ein Kernstück der medizinischen Ausbildung, wird erstmals öffentlich und weitgehend unverpixelt dokumentiert, um das Thema zu enttabuisieren. Studierende werden monatelang begleitet, von der ersten Dissektion bis zum abschließenden Begräbnis. Drei Körperspender erklären ihre Beweggründe, darunter ein ehemaliger Medizinstudent, der seinen Präpkurs von damals wiedererlebt.
InhaltIm Präpariersaal zergliedern Medizinstudierende Leichen. Wir haben sie monatelang begleitet: von der Angst vorm ersten Schnitt bis zum Begräbnis ihres Körperspenders. In dieser Videoreportage sind Körper und Körperteile verstorbener Menschen zu sehen. Sie haben sich nach ihrem Tod der medizinischen Lehre zur Verfügung gestellt. Die Zergliederung der Körper im Medizinstudium war bislang kaum öffentlich zu sehen. Das Anatomische Institut der Universität Kiel hat ZEIT ONLINE ermöglicht, diesen zentralen Teil der medizinischen Ausbildung erstmals ausführlich zu dokumentieren. Um der Realität im Präpariersaal gerecht zu werden, und einer weiteren Tabuisierung des Themas entgegenzuwirken, haben wir uns entschieden, die Körper und ihre Zerlegung weitgehend unverpixelt zu zeigen. Die Studierenden im Film haben sich bereit erklärt, dass wir sie während der Kurswochen immer wieder an ihrem Tisch besuchen – auch während Prüfungen. Außerdem erklären drei Menschen, warum sie sich entschieden haben, ihre Körper nach dem Tod zu spenden. Einer davon hat einst selbst an der Universität Kiel Medizin studiert. Für diese Dokumentation kehrt er noch einmal an den Ort zurück, an dem er selbst vor vielen Jahrzehnten den Präpkurs belegt hat. Im Rahmen dieses Projekts ist auch ein Text entstanden, hier können Sie ihn lesen. Idee & Recherche: Dagny Lüdemann, Tom Kattwinkel Kamera, Skript & Schnitt: Thilo Adam Ergänzende Aufnahmen: Claudius Dobs Textanimation & Design: Nicolás Pablo Grone, Axel Rudolph Mitarbeit: Alba Schmidt Ressortleitung Video: Max Boenke, Claudia Bracholdt