Datum22.10.2025 23:29
Quellewww.spiegel.de
TLDRBei einer Bundeswehrübung in Erding, Oberbayern, kam es zu einem Vorfall, bei dem die Polizei einen Soldaten angriff, weil sie fälschlicherweise von einem bewaffneten Mann berichtete. Der Soldat, Teil der Übung "Marshal Power", wurde leicht verletzt. Die Übung beinhaltet das Training von Einsätzen gegen Bedrohungen in einem fiktiven Verteidigungsfall, einschließlich des Umgangs mit Drohnen und Sabotage. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und zivilen Einsatzkräften zu verbessern.
InhaltDie Bundeswehr hat in Oberbayern den Ernstfall geprobt: Feldjäger und zivile Einsatzkräfte haben in Erding eine Großübung gemacht. Nur die Kommunikation mit der Polizei hat scheinbar nicht so gut funktioniert. Im oberbayerischen Erding wurde am Mittwoch die Polizei wegen eines bewaffneten Mannes gerufen, sie rückte aus, schoss auf den Verdächtigen – und unterbrach damit eine Großübung der Bundeswehr. "Wie sich im Nachgang herausstellte, handelte es sich bei dem mitgeteilten Waffenträger um einen Bundeswehrangehörigen, der im Rahmen einer Übung vor Ort war", teilte die Polizei mit. Bei der Großübung "Marshal Power" sollte der Kampf hinter einer fiktiven Frontlinie im Verteidigungsfall geübt werden – zusammen mit Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften. Das Besondere: Die etwa 500 Soldaten der Feldjäger und die rund 300 zivilen Einsatzkräfte üben nicht auf abgezäunten Truppenübungsplätzen, sondern in der Öffentlichkeit. Ein Sprecher des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr sagte der dpa, eine Fehlinterpretation vor Ort habe zu einer Schussabgabe zwischen der übenden Truppe und der von der Bevölkerung gerufenen Polizei geführt. Ein Soldat sei leicht verletzt, im Krankenhaus behandelt und bereits wieder entlassen worden. Die Einsatzkräfte sollen laut Bundeswehr das Vorgehen gegen Bedrohungen hinter einer fiktiven Frontlinie, im sogenannten "rückwärtigen Raum", trainieren – zum Beispiel gegen Drohnen, Sabotage oder sogenannte "irreguläre Kräfte". Damit sind bewaffnete Kämpfer gemeint, die nicht einer staatlichen Armee zuzurechnen sind. Angenommen wird dafür ein Szenario, in dem ein Nato-Mitgliedsstaat angegriffen wird und das Bündnis verteidigt werden muss. Dabei sollen auch die Arbeit an Tatorten, die Lenkung des Verkehrs, das Aufspüren von Waffenlagern, die Bekämpfung von illegalem Waffenhandel und der Schutz von kritischer Infrastruktur trainiert werden, zum Beispiel am stillgelegten Atomkraftwerk Isar 2. Auch die Abwehr und den Einsatz von eigenen Drohnen sollen die Soldaten üben.