Russland: Moskau erschwert Nutzung von WhatsApp und Telegram

Datum22.10.2025 20:59

Quellewww.spiegel.de

TLDRIn Russland berichten zunehmend Nutzer von WhatsApp und Telegram über Störungen und Probleme beim Zugriff auf die Apps. Die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor kündigte an, die Nutzung dieser Dienste teilweise einzuschränken, ohne genaue Details zu geben. Störungen sind in 34 Regionen dokumentiert. Diese Maßnahmen sind Teil einer fortschreitenden Internetbeschränkung im Land, die auch andere Plattformen betrifft. Kritiker befürchten, dass staatlich bevorzugte Apps wie Max den Zugang zu persönlichen Daten ermöglichen.

InhaltImmer mehr Russen berichten von Problemen beim Benutzen von WhatsApp und Telegram. In manchen Fällen sollen sich die Apps gar nicht mehr öffnen lassen. Die Medienaufsichtsbehörde teilt indes mit, die Dienste zu beschränken. Die Internetbeschränkung in Russland schreitet voran: Immer mehr Nutzer der Messengerdienste WhatsApp und Telegram melden Probleme beim Benutzen der Apps. Wie unabhängige russische Medien übereinstimmend berichten, hatten zunächst Bewohner der südlichen Regionen des Landes Störungen gemeldet. Danach breiteten sich diese offenbar auch auf andere Teile des Landes aus. In Kommentaren auf Störungswebsites hieß es, dass die Verbindungen langsam seien oder die App gar nicht lade. Die unabhängige russische Medienplattform "Meduza"  berichtet unter Berufung auf das Projekt "Auf Empfang" , das Internetstörungen dokumentiert, von Störungen in 34 russischen Regionen. Die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor teilte indes mit, den Zugang zu den Diensten "teilweise einzuschränken", wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass  berichtet. Wie genau diese Beschränkungen definiert sind, führte die Behörde nicht aus. Auch ließ sie offen, ob die Maßnahmen vorübergehend oder dauerhaft sein werden und inwieweit sie sich von den bisherigen Beschränkungen unterscheiden. Im August hatte Roskomnadsor bereits Anrufe mit WhatsApp und Telegram eingeschränkt. Als Begründung führte die Behörde in beiden Fällen die angebliche Bekämpfung von Kriminellen an. Tatsächlich sind die Maßnahmen als weitere Schritte der Internetbeschränkung in Russland zu verstehen: Schon 2024 blockierte Russland den verschlüsselten Messenger Signal und den Dienst Viber. Auch LinkedIn, Facebook, Instagram und viele Webseiten lassen sich ohne virtuelles privates Netzwerk (VPN) – die ebenso zunehmend gesperrt werden – nicht öffnen. Der Konzern Meta, zu dem WhatsApp gehört, gilt in Russland als "extremistisch". Ausländische Messenger sollen durch die vom Staat bevorzugte App Max ersetzt werden, bei der Kritiker einen Zugriff der Behörden auf Daten befürchten. Lesen Sie hier  mehr dazu.