Datum22.10.2025 18:26
Quellewww.spiegel.de
TLDREin Gymnasiallehrer steht vor dem Landgericht Erfurt, weil er über Jahre hinweg seine 13-jährige Schülerin sexuell missbraucht haben soll, mit insgesamt 84 Taten zwischen 2016 und 2020. Der 63-Jährige gestand die Vorwürfe und bot einen Täter-Opfer-Ausgleich von 30.000 Euro an. Ein Vertrauenslehrer, der die Schülerin ebenfalls missbrauchte und sexuelle Bilder austauschte, befindet sich ebenfalls in Haft. Gegen ihn laufen Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs und Verbreitung jugendpornografischer Inhalte.
InhaltInsgesamt 84 Mal soll sich der Mann an dem Mädchen vergangen haben: Wegen des Missbrauchs einer Schülerin steht ein Lehrer in Erfurt vor Gericht. In U-Haft ist zudem ein Vertrauenslehrer, der offenbar selbst zum Täter wurde. Die Taten erstreckten sich offenbar über Jahre: Ein Gymnasiallehrer steht wegen sexuellen Missbrauchs einer Schülerin vor dem Landgericht Erfurt. Zum Prozessauftakt räumte der Angeklagte über seine Verteidiger die Vorwürfe vollumfänglich ein. Zudem wurde ein Täter-Opfer-Ausgleich in Höhe von 30.000 Euro angeboten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 63-Jährigen insgesamt 84 Fälle im Zeitraum von 2016 bis 2020 vor. Der Klassenlehrer, der Sport und Geschichte unterrichtete, soll sich an seiner Schülerin in der Schule, auf Klassenfahrten und in seinem Wohnhaus vergangen haben. Dabei kam es laut Anklage auch zum ungeschützten Geschlechtsverkehr mit dem Mädchen, das zum damaligen Zeitpunkt 13 Jahre alt war. Die sexuelle Beziehung zu der Schülerin habe sich aus einem Vertrauensverhältnis heraus entwickelt, sagte der in dritter Ehe verheiratete Studienrat, der selbst Vater ist. Er übernehme die Verantwortung dafür, gleichzeitig sagte er, er habe es immer beenden wollen und dass er Kondome verwendet habe. "Mir war schon nach dem ersten Mal klar, dass es falsch war", sagte der Angeklagte. Vor der Erklärung hatte der Vorsitzende Richter Holger Pröbstel dem Angeklagten deutlich gemacht, dass nur ein vollumfängliches Geständnis zu einem Straferlass führen könne. Damit erspare er dem Opfer eine Aussage vor Gericht. "Sie haben den Ausgang des Urteils und den Verlauf der Verhandlung in der Hand", sagte Pröbstel zu dem Angeklagten. Der Prozessbeginn wurde von einem großen öffentlichen Interesse begleitet, die Plätze im Gerichtssaal reichten für die zahlreichen erschienenen Besucher nicht aus. Der Angeklagte, der in Handschellen in den Gerichtssaal geführt wurde, sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Die Schülerin hatte sich wegen des sexuellen Missbrauchs Hilfe suchend an einen Vertrauenslehrer der Schule gewandt. Stattdessen soll dieser aber dann mit ihr sexuelle Bilder ausgetauscht haben. Im Zuge weiterer Ermittlungen und einer Durchsuchung bei dem Verdächtigten wurde im Sommer Haftbefehl gegen den Vertrauenslehrer erlassen. Er soll sich an mehreren anderen Schülerinnen vergangen haben, so der Vorwurf. Gegen ihn wurde laut Staatsanwaltschaft inzwischen Anklage wegen des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen und Vergewaltigung sowie der Verbreitung jugendpornografischer Inhalte erhoben. Einen Prozesstermin in diesem Fall gibt es bislang nicht.