"Stadtbild"-Debatte: Klingbeil warnt nach Merz' "Stadtbild"-Aussage vor spaltender Sprache

Datum22.10.2025 18:26

Quellewww.zeit.de

TLDRSPD-Chef Lars Klingbeil hat sich von Friedrich Merz' "Stadtbild"-Aussage distanziert, die Migration und Kriminalität in Verbindung bringt. Er fordert eine Politik, die Brücken baut und das Zusammenleben fördert, anstatt Menschen zu spalten. Klingbeil betont die Bedeutung von Vielfalt als Stärke Deutschlands und warnt vor einer gefährlichen Diskussionskultur, die zwischen Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte trennt. Merz hält jedoch an seiner umstrittenen Ansicht fest, ohne eine klare Erklärung abzugeben.

InhaltSPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil mahnt die Politik zu einer Sprache, die "Brücken baut". Er wolle nicht in Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte unterteilen. Vizekanzler Lars Klingbeil hat sich von Bundeskanzler Friedrich Merz' "Stadtbild"-Aussage distanziert. Er wolle in einem Land leben, "in dem Politik Brücken baut und Gesellschaft zusammenführt, statt mit Sprache zu spalten", sagte der SPD-Chef auf einem Gewerkschaftskongress in Hannover. "Wir müssen als Politik auch höllisch aufpassen, welche Diskussion wir anstoßen, wenn wir auf einmal wieder in wir und die unterteilen, in Menschen mit Migrationsgeschichte und ohne", sagte Klingbeil weiter. Zwar erkenne auch er Probleme, aber Vielfalt sei eine Stärke Deutschlands. Kanzler Merz hatte zuletzt seine umstrittene Aussage wiederholt, nach der es in Deutschland ein "Problem im Stadtbild" gebe, und dieses in den Kontext von Migrationsfragen gesetzt. Kritikerinnen erkennen darin eine diskriminierende Verbindung von Migration und Kriminalität. Merz beharrte auf seiner Aussage und erklärte zugleich nicht, was genau er damit gemeint hat.