Donald Trump: Kandidat für Whistleblowing-Behörde zieht sich wegen Nazi-Vorwürfen zurück

Datum22.10.2025 12:49

Quellewww.spiegel.de

TLDRPaul Ingrassia, von Präsident Trump nominierter Kandidat für die Leitung einer Whistleblower-Behörde, hat sich wegen Vorwürfen, mit dem Nationalsozialismus zu sympathisieren, zurückgezogen. Nachdem Berichte über seine fragwürdigen Äußerungen in einer Chatgruppe aufkamen, verlor Ingrassia offenbar die Unterstützung der Republikaner. Chuck Schumer, Vorsitzender der Demokraten im US-Senat, forderte die Rücknahme der Nominierung. Ingrassias Anwalt wies die Vorwürfe als aus dem Kontext gerissene Manipulationen zurück.

InhaltUS-Präsident Trump nominierte Paul Ingrassia als neuen Chef einer Behörde für den Schutz von Whistleblowern. Doch der steht nun nicht mehr zur Verfügung. Zuvor gab es Berichte, dass er mit dem Nationalsozialismus sympathisiere. Eigentlich sollte Paul Ingrassia die Leitung einer unabhängigen US-Bundesbehörde zum Schutz von Whistleblowern übernehmen. Doch dann geriet er wegen angeblicher "Nazitendenzen" in die Kritik. Nun steht Ingrassia offenbar nicht mehr zur Verfügung. Der Kandidat, der von US-Präsident Donald Trump für den Posten nominiert worden war, teilte mit, dass er sich von der für diesen Donnerstag im Senat geplanten Anhörung zu seiner Bestätigung für den Posten zurückziehe. Als Grund führte Ingrassia an, er verfüge "aktuell leider nicht über genügend Stimmen der Republikaner". Aus der Mitteilung geht nicht eindeutig hervor, ob er seine Kandidatur gänzlich zurückgezogen hat. Die Portale "Axios" und "Politico" berichteten allerdings jeweils unter Berufung auf einen Beamten des Weißen Hauses, dass Ingrassia nicht mehr der Regierungskandidat für das Amt sei. Ingrassia hätte eigentlich das "Office of Special Counsel" leiten sollen. Das ist eine unabhängige Bundesbehörde, die Whistleblower im öffentlichen Dienst schützt. Doch "Politico" hatte am Montag mit einem Bericht für Aufsehen gesorgt, laut dem der 30-Jährige sich in einer Chatgruppe junger Republikaner selbst als jemanden mit "Nazitendenzen" bezeichnet hat. Zudem soll er dort gesagt haben, dass der Feiertag zum Gedenken an den schwarzen Bürgerrechtler Martin Luther King in die "Hölle" gehöre. Ingrassias Anwalt sagte laut "Politico", dass die Texte entweder manipuliert worden sein könnten oder aus dem Zusammenhang gerissen seien. Der Vorsitzende der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, hatte Trump nach Veröffentlichung des Berichts aufgefordert, die Nominierung des umstrittenen Kandidaten zurückzuziehen. Er nannte Ingrassias Äußerungen "gefährlich" und forderte, er dürfe "niemals wieder eine Führungsposition innerhalb der Republikanischen Partei oder der Regierung bekleiden". Auch Schumers republikanischer Gegenpart im Senat, John Thune, äußerte laut US-Medien die Hoffnung, dass das Weiße Haus Ingrassias Nominierung zurückzieht.