Datum22.10.2025 16:07
Quellewww.zeit.de
TLDREin ehemaliger Kriminaloberkommissar steht vor dem Landgericht Darmstadt, weil er von 2018 bis 2022 Drogenhändler über Polizeitaktiken und Einsatzmittel informierte, was ihnen half, Cannabis im Wert von Millionen Euro zu importieren. Der 44-Jährige bestreitet die Vorwürfe des Verrats von Dienstgeheimnissen und der Strafvereitelung. Er befindet sich seit November 2024 in Untersuchungshaft und erklärt, verdächtige Kontobewegungen seien aus dem Verkauf von Motorrädern resultiert. Der Prozess wird am 28. Oktober fortgesetzt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Prozesse“. Lesen Sie jetzt „Drogen im Millionenwert: Ex-Fahnder bestreitet Verrat“. Er soll Drogenhandel unterstützt haben: Wegen Verrats von Dienstgeheimnissen sowie Strafvereitelung im Amt in insgesamt rund zwei Dutzend Fällen steht ein Kriminaloberkommissar vor dem Landgericht Darmstadt. Der 44-Jährige arbeitete beim Polizeipräsidium Osthessen in der Drogenfahndung. Laut Staatsanwaltschaft hat er zwischen 2018 und 2022 mehrere Drogenhändler über Einsatzmittel und Polizeitaktiken informiert, unter anderem soll er auf eine Videoüberwachung hingewiesen haben. Laut Anklage konnten die Dealer so Cannabis im unteren einstelligen Tonnenbereich im Wert von mehreren Millionen Euro von Spanien in den Raum Offenbach bringen, beispielsweise versteckt in Tomatendosen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sind die Drogenhändler inzwischen verurteilt, die Urteile jedoch noch nicht rechtskräftig. Der Angeklagte, der seit November 2024 in Untersuchungshaft ist, schwieg am ersten Verhandlungstag. Das Gericht verlas seine schriftliche Aussage aus den Ermittlungen im Jahr 2022. "Ich habe die mir zur Last gelegten Taten nicht begangen", hatte er damals erklärt. Eine 30.000-Euro-Bareinzahlung auf seinem Konto führte er darauf zurück, dass das Geld aus einem Motorradverkauf stamme. Auch andere Kontobewegungen im vier bis fünfstelligen Bereich basieren laut polizeilicher Auswertung auf An- und Verkauf von Motorrädern und Motorradteilen. Dass er mit einem der Drogenhändler privat zu tun und gechattet hatte, erklärte der Angeklagte mit dem gemeinsamen Motorradhobby. Ein Ermittler der Landeskriminalpolizei sagte vor Gericht aus, dass dieser Dealer und ein weiterer 2019 auf die Hochzeit des Angeklagten eingeladen gewesen seien. Ein weiterer Kontakt des Angeklagten habe gewollt, dass dieser etwas aus Polizeidaten abfrage, was der Angeklagte aber abgelehnt habe, so der Ermittler. Der Prozess wird am 28. Oktober fortgesetzt. © dpa-infocom, dpa:251022-930-193993/1