Datum22.10.2025 11:56
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Fachkräftemangel stellt für Unternehmen in Schleswig-Holstein ein ernstes Risiko dar, wie eine IHK-Befragung zeigt. 43 Prozent der Betriebe können offene Stellen nicht besetzen, was zwar einen Rückgang zum Vorjahr darstellt, jedoch weiterhin alarmierend ist. Besonders gefragt sind Fachkräfte mit dualer Ausbildung. Unternehmen erwarten steigende Personalkosten und befürchten negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit. Auch die kommende Mindestlohnerhöhung könnte zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen. IHK-Präsident Buhck fordert politische Maßnahmen zur Entlastung der Betriebe.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Lage der Wirtschaft“. Lesen Sie jetzt „Unternehmen sehen Fachkräftemangel als Risiko“. Der Fachkräftemangel ist nach einer Befragung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein eines der größten Risiken für die Unternehmen im Land. Trotz der aktuellen Konjunkturschwäche geben 43 Prozent der Betriebe an, offene Stellen nicht besetzen zu können, wie die IHK mitteilte. Das sei ein alarmierender Wert, wenn auch ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, als noch 55 Prozent der Unternehmen dieses Problem hatten. Besonders gefragt seien Fachkräfte mit dualer Berufsausbildung (53 Prozent) sowie Fachwirte und Meister (42 Prozent). Als Folgen gaben 74 Prozent der Unternehmen an, dass sie mit steigenden Personalkosten rechnen. 65 Prozent erwarten eine Mehrbelastung der bestehenden Belegschaft, 34 Prozent sehen sich gezwungen, Angebote einzuschränken oder Aufträge abzulehnen und 26 Prozent befürchten den Verlust von Wissen durch Verrentung ohne Nachfolge. "Der Fachkräftemangel bleibt eine große Herausforderung – er trifft die Betriebe schon heute und wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen", teilte der Präsident der IHK Schleswig-Holstein, Thomas Buhck, mit. "Besonders die mittelständischen Unternehmen stehen unter Druck, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und gleichzeitig steigende Kosten zu bewältigen." Auch die Mindestlohnerhöhung zum Jahreswechsel wird den Angaben zufolge viele Betriebe vor Herausforderungen stellen. In der Befragung gaben 38 Prozent der Unternehmen an, sie müssten auch höhere Gehaltsgruppen anpassen. 36 Prozent planen demnach Preiserhöhungen, und in 14 Prozent der Betriebe müsse mit Personalabbau gerechnet werden. Buhck leitet daraus die Forderung ab, "dass die Politik zügig Schritte einleitet, um die Betriebe bei den Lohnnebenkosten wirksam zu entlasten". Die IHK Schleswig-Holstein ist die Arbeitsgemeinschaft der IHKs Flensburg, Kiel und Lübeck. Sie vertritt 175.000 Unternehmen mit rund 750.000 Arbeitnehmern. © dpa-infocom, dpa:251022-930-192304/1