Datum22.10.2025 10:55
Quellewww.spiegel.de
TLDRDésirée Nick, bekannt aus Trash-TV, hat ein Buch mit dem Titel "Nice to meet you, Berlin!" veröffentlicht, in dem sie die Kultureinrichtungen der Hauptstadt vorstellt und deren wahres Gesicht zeigen möchte. Mit ihrer typischen Ruhelosigkeit kritisiert sie Menschen, die Berlin nicht wertschätzen, und stellt Fragen zu deren Wahrnehmung der Stadt. Nick fordert, dass Berlin seinen rauen Charakter behält, und konfrontiert Personen wie Markus Söder mit ihrer Sicht auf die Stadt.
Inhalt"Haben Sie Berlin überhaupt begriffen?" Désirée Nick, bekannt aus dem Dschungelcamp, wirbt gewohnt ruppig für die Hauptstadt – und sagt auch Ortsfremden wie Markus Söder, wo es in der Metropole langgeht. Man kennt sie als Lästermaschine aus Fernsehformaten wie "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!", "Der Klügere kippt nach" oder "Promi Big Brother". Meist lässt sie als Teilnehmerin solcher Erniedrigungs- und Selbsterniedrigungsshows kein gutes Haar an anderen Menschen, die sich für prominent halten. Überliefert ist zum Beispiel diese Sottise von ihr über Dieter Bohlen: "Der hat so ein faltiges Gesicht, möchte mal wissen, wie verschrumpelt seine Eier aussehen." Nun hat die Kabarettistin, Balletttänzerin und Trash-TV-Ikone ein Buch über Berlin herausgebracht. Es trägt den freundlichen Titel "Nice to meet you, Berlin!". Sie stellt darin unter anderem Kultureinrichtungen der Hauptstadt vor und will auf diese Weise Menschen an die Hand nehmen, die Berlin bislang eher als dysfunktionale Müllhalde wahrgenommen haben. Doch trotz der freundlich ausgestreckten Hand an Leserinnen und Leser präsentierte sich Nick bei der Bewerbung ihres Reiseführers gewohnt ruppig. Angesprochen auf Menschen, die mit ihrer Heimatstadt nichts anfangen können, sagte Nick der Deutschen Presse-Agentur. "Ich würde fragen: Wo waren Sie in Berlin? Was haben Sie da gemacht? Haben Sie Berlin überhaupt begriffen?" Mit ihrem Buch will Nick, die 1956 im Westteil der Stadt geboren wurde, das echte Berlin nahebringen. Ein Tipp von ihr: "Auf gar keinen Fall trifft man Berliner dort, wo Englisch gesprochen wird." Im Stadtteil Mitte werde man an einigen Orten angepöbelt, wenn man es als Ur-Berlinerin wage, auf Deutsch zu bestellen. "Das ist ein Phänomen, das wäre in Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart, München undenkbar." Gleichzeitig findet sie, dass Berlin nicht seinen schroffen Charakter aufgeben dürfe. Der unterscheide die Stadt von anderen Metropolen. Und was sagt sie zu Menschen wie dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), der Berlin nach Ausschreitungen zu Silvester mal vorgeworfen hatte, zu einer Chaos-Stadt zu werden? "Ja, ist der Söder Berliner? Wo kommt der Söder her? Und was versteht er unter Chaos?", entgegnete Nick. Sie könne auch nach Bayern gehen und dort Chaos finden, wenn sie etwa an Maßkrugschlägereien auf der Wiesn denke. Das sei kein sehr weltmännischer Blick. Söder solle ihr eine Metropole zeigen, in der nur Ruhe herrsche.