Kevin Kühnert: Ex-SPD-Generalsekretär jetzt Autor beim »Rolling Stone«

Datum22.10.2025 10:08

Quellewww.spiegel.de

TLDRKevin Kühnert, ehemaliger SPD-Generalsekretär, wird Autor beim "Rolling Stone" und schreibt ab November im Zweiwochenrhythmus eine Kolumne. Er kündigte an, sich vom politischen Betrieb zurückzuziehen, bleibt jedoch politisch aktiv. In seiner ersten Kolumne thematisiert er Markus Söder, einen ehemaligen politischen Gegner. Kühnert hatte 2024 seinen Rückzug aus der Politik erklärt, teilweise aufgrund von gesundheitlichen Problemen und Gewalterfahrungen während Wahlkampfauftritten. Seine Rückkehr in die Öffentlichkeit vollzog er nach längerer Auszeit.

InhaltEr bleibe weg vom Politikbetrieb im engeren Sinne, hatte Kühnert über seinen neuen Job verraten. Jetzt steht fest: Er wird Autor beim "Rolling Stone". In seiner ersten Kolumne geht es um einen ehemaligen politischen Gegner. Kevin Kühnert, 35, arbeitet jetzt für Axel Springer – allerdings nur zu 20 Prozent. So viele Anteile hat der Medienkonzern noch am Magazin "Rolling Stone", für das der Ex-Politiker nun im Zweiwochenrhythmus eine Kolumne schreibt. Sie soll ab November in der Zeitschrift erscheinen. Kühnert war bis Oktober 2024 Generalsekretär der Sozialdemokraten, davor stellvertretender Parteichef und bis 2021 Vorsitzender der Jusos. In diesem Sommer hatte er nach einer längeren Auszeit wieder öffentliche Auftritte absolviert. Für die Satireshow "Till tonight" schlüpfte Kühnert etwa noch einmal in die Rolle des SPD-Generalsekretärs und machte bei einer "Bundespressekonferenz" mit. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Im Podcast mit Anne Will  verriet Kühnert Anfang Oktober bereits, dass er einen neuen Job habe. "Ich bleibe weg von dem Politikbetrieb im engeren Sinne", sagte Kühnert. Allerdings sei er "ein durch und durch politischer Mensch". "Ich habe in diesem Jahr einen viel klareren Blick entwickelt, wo ich Aufgaben sehe, deswegen wird es durchaus was Politisches sein." In seiner ersten Kolumne, die im November erscheinen soll, setzt sich Kühnert mit einem altbekannten Antagonisten aus dem Politikbetrieb auseinander: Markus Söder. Das teilte der "Rolling Stone" vorab in einer Pressemitteilung mit. 2024 hatte Kühnert überraschend seinen Rückzug aus der Politik erklärt. In einer persönlichen Erklärung schrieb er: "Ich selbst kann im Moment nicht über mich hinauswachsen, weil ich leider nicht gesund bin. Die Energie, die für mein Amt und einen Wahlkampf nötig ist, brauche ich auf absehbare Zeit, um wieder gesund zu werden." In der "Zeit"  sprach er danach erstmals über die Gründe für seinen Rücktritt aus der Politik gesprochen. Kühnert begründete den Schritt unter anderem mit Bedrohungen und sogar einem körperlichen Angriff gegen sich. Bei einem Wahlkampfauftritt in Detmold etwa habe eine Coronaleugnerin auf ihn eingeschlagen und ein rohes Ei aus ihrer Jacke gezogen, das sie ihm an den Kopf warf. Kühnert sagte demnach, er habe sich erst am Abend gefragt, was passiert wäre, hätte die Frau ein Messer gezückt. Bei einem weiteren Vorfall hätten Männer ihn in einer Straßenbahn in Halle an der Saale angestarrt und darüber gesprochen, ihm "die Fresse zu polieren", wie er laut der "Zeit" sagte. Selbst im Urlaub habe er sich nicht mehr sicher gefühlt und seine Ferien deshalb immer öfter in einsamen Gegenden im Gebirge verbracht. "Meine rote Linie ist da, wo Gewalt in der Luft liegt. Ich bin nur 1,70 Meter groß", sagte Kühnert der Wochenzeitung.