Datum22.10.2025 07:16
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Mietanstieg in deutschen Städten hat sich im letzten Quartal abgeschwächt, mit einem Anstieg von nur 0,5 Prozent bei unmöblierten Wohnungen. Ökonomen des Kiel Instituts für Weltwirtschaft vermuten, dass eine Zahlungsgrenze erreicht sein könnte. In Großstädten wie Leipzig und Düsseldorf stiegen die Mieten am stärksten, während sie in Hamburg und Berlin sanken. Diese Entwicklung könnte auf eine veränderte Nachfrage, etwa hin zu möblierten Wohnungen, hindeuten. Die Analyse basiert auf dem "Greix-Mietpreisindex".
InhaltIm vergangenen Quartal sind Mieten in deutschen Städten kaum noch gestiegen. Nach Einschätzung von Ökonomen könnte eine schmerzhafte Grenze erreicht sein. Der Anstieg von Mieten auf Immobilienportalen schwächt sich ab. Angebotsmieten von unmöblierten Wohnungen verteuerten sich ohne Berücksichtigung der Inflation von Juli bis September um 0,5 Prozent zum Vorquartal, wie das Kiel Institut für Weltwirtschaft mitteilt. Im Vorquartal lag das Plus bei 0,7 Prozent. Berücksichtigt man die Inflation stagnierten die Mieten im dritten Quartal sogar. "Die Preisdynamik am Mietmarkt hat sich nach den hohen Steigerungen der letzten Jahre deutlich abgekühlt", sagte der zuständige Projektleiter am Kiel Institut, Jonas Zdrzalek. Warum tritt die Entwicklung trotz hoher Nachfrage ein? Zdrzalek hält für möglich, dass eine Grenze erreicht sei: Mieter könnten oder wollten nicht mehr Miete zahlen. Auch verschiebe sich womöglich die Nachfrage hin zu etwa möblierten Wohnungen und Wohngemeinschaften. In den Großstädten stiegen die Angebotsmieten zum Vorquartal ohne Berücksichtigung der Inflation am stärksten in Leipzig (1,1 Prozent) und Düsseldorf (0,7 Prozent). In Leipzig und Düsseldorf sind Mieten allgemein günstiger als in den anderen Großstädten. Die Mieten in Hamburg sanken um 0,2 Prozent und in Berlin um 0,3 Prozent. Gründe dieser Entwicklungen gehen aus der Mitteilung nicht hervor. Grundlage der Analyse ist der "Greix-Mietpreisindex", der Angebotsmieten in 37 deutschen Städten und Regionen bündelt. Es handelt sich überwiegend um städtische Zahlen von Immobilienplattformen und Maklerwebseiten. Zu beachten ist, dass manche Wohnungen auf solchen Portalen nicht auftauchen. Das kann etwa günstige Wohnungen betreffen, die unter Bekannten vermittelt werden.