Datum22.10.2025 04:26
Quellewww.zeit.de
TLDRDeutschlands Wasserstraßen haben ein Finanzierungsdefizit von etwa 2,8 Milliarden Euro für die Instandhaltung, insbesondere von Schleusen, Wehren und Brücken. 26 sicherheitsrelevante Bauwerke sind betroffen. Ohne Maßnahmen drohen Stilllegungen mit gravierenden Folgen für den Verkehr und steigenden Kosten für Unternehmen. Das Bundesverkehrsministerium warnt, dass die Finanzierung nicht gesichert ist, was zu einer Verlagerung des Verkehrs auf die Straßen führen könnte. Tarek Al-Wazir (Grüne) kritisiert, dass trotz eines Sondervermögens die Investitionen in die Infrastruktur unzureichend sind.
InhaltDas Bundesverkehrsministerium warnt vor Finanzierungsproblemen bei der Instandhaltung von Schleusen und Brücken. Der Verkehr könnte sich auf die Straße verlagern. Deutschlands Wasserstraßen droht ein hohes Finanzierungsdefizit. Laut einem internen Papier des Bundesverkehrsministeriums fehlen in den kommenden Jahren rund 2,8 Milliarden Euro – vor allem für die Sanierung oder den Ersatz maroder Schleusen, Wehre und Brücken, berichtet das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Dem Bericht zufolge sind von den Finanzierungsproblemen 26 Bauwerke von "hoher Sicherheitsrelevanz" betroffen, vor allem Wehre. Diese regeln den Wasserstand und können – anders als Schleusen oder Brücken – im Notfall nicht einfach stillgelegt werden. Zusätzlich stünden 24 Schleusen und 39 Brücken auf der Liste dringend sanierungsbedürftiger Anlagen. Ohne Eingreifen drohe ihnen die Stilllegung. Auch bei geplanten Maßnahmen zum Hochwasserschutz sei unklar, ob sie umgesetzt werden können. "Die Finanzierung der Bundeswasserstraßen für die kommenden Jahre ist in vielen Bereichen nicht gesichert", heißt es in dem Papier. Zwischen 2025 und 2027 könnten daher voraussichtlich nur bereits vertraglich geschlossene Bauvorhaben weitergeführt werden. Notinstandsetzungen und steigende Baukosten könnten das Defizit bis 2029 noch verschärfen. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Tarek Al-Wazir (Grüne), sagte dem RND, die Situation sei "unfassbar". Trotz eines Sondervermögens von 500 Milliarden Euro gelinge es der Regierungskoalition nicht, ausreichend in die Verkehrsinfrastruktur zu investieren. Eine drohende Unterfinanzierung bei den Wasserstraßen könne gravierende Folgen haben: "Im Gegensatz zum Straßenverkehr lassen sich auf dem Wasser kaum Umleitungen einrichten", sagte Al-Wazir. Ein Ausfall von Wehren oder Schleusen bedeute nicht nur eine Verkehrsverlagerung auf die Straße, sondern auch erhebliche Kostensteigerungen für Unternehmen wie BASF oder Volkswagen.