Datum21.10.2025 19:57
Quellewww.zeit.de
TLDRBei einem Raubüberfall im Louvre in Paris wurden Juwelen im Wert von 88 Millionen Euro gestohlen. Die Täter, die mit Motorrollern flüchteten, drangen verkleidet in das Museum ein und entwendeten neun wertvolle Schmuckstücke aus Napoleons Sammlung. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitet die Ermittlungen gegen organisierte Kriminalität und äußert Besorgnis über mögliche Zerschlagung der Stücke. Kulturministerin Rachida Dati verteidigte die Sicherheitsvorkehrungen des Museums. Der Einbruch wirft Fragen zur Sicherheit auf, die jüngst auch bei dem berühmten Raub der Mona Lisa aufkamen.
InhaltDie gestohlenen Juwelen aus dem Louvre sind laut dem Museum 88 Millionen Euro wert. Das ist laut Staatsanwältin aber "nicht vergleichbar mit dem historischen Schaden". Die Kuratorin des Louvre-Museums schätzt den Schaden durch den Kronjuwelen-Diebstahl nach Angaben der Staatsanwältin Laure Beccuau auf 88 Millionen Euro. Es handele sich um eine "äußerst spektakuläre" Summe, sagte Beccuau. Die Summe sei jedoch "nicht vergleichbar mit dem historischen Schaden". Die Diebe könnten jedoch nicht mit diesem Betrag rechnen, "sollten sie auf die sehr schlechte Idee kommen, diese Juwelen einzuschmelzen", sagte sie dem Sender RTL. Die Staatsanwältin, deren Büro die Ermittlungen leitet, sagte weiter, dass derzeit etwa 100 Ermittler an der Fahndung nach den Verdächtigen und den Edelsteinen beteiligt seien. Von den Einbrechern fehlt jedoch weiter jede Spur. Sie waren auf Motorrollern entkommen. Der Einbruch am Sonntagmorgen, eine halbe Stunde nach Museumsöffnung, hatte keine zehn Minuten gedauert. Die Täter waren mit Warnwesten bekleidet über einen Lastenaufzug in das Museum in Paris eingedrungen und hatten mit einem Trennschleifer Vitrinen geöffnet. Von dort entwendeten sie neun Juwelen aus der Schmucksammlung Napoleons, darunter Halsketten, Ohrringe, eine Brosche und eine Tiara. Das Museum ist noch immer geschlossen. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt wegen organisierten Bandendiebstahls und Bildung einer kriminellen Vereinigung. Es besteht große Sorge, dass die Schmuckstücke in ihre Bestandteile zerlegt werden, da sie auf dem legalen Markt ansonsten unverkäuflich sind. Nach Ansicht von Experten wurden sie möglicherweise gestohlen, um das eingeschmolzene Gold und die Edelsteine zu verkaufen. Derweil diskutiert Frankreich darüber, wie der Einbruch passieren konnte. Viele fühlen sich an den Raub der Mona Lisa erinnert, die auch darüber besonders berühmt geworden war. Kulturministerin Rachida Dati bestritt im Parlament Probleme mit dem Sicherheitssystem des weltberühmten Museums. "Haben die Sicherheitsvorkehrungen des Louvre versagt? Nein, sie haben nicht versagt. Das ist eine Tatsache. Die Sicherheitsvorkehrungen haben funktioniert", sagte sie. Nach Angaben der Ermittler werde noch überprüft, ob der Alarm unmittelbar ausgelöst worden war.