Datum21.10.2025 19:36
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie französische Marine hat vor Madeira ein Schnellboot mit 2,4 Tonnen Kokain gestoppt, das einen Verkaufswert von über 128 Millionen Euro hat. Da das Boot nicht anhielt, wurde Waffengewalt eingesetzt. Die Besatzung wurde festgenommen. Der Einsatz erfolgte in Zusammenarbeit mit Fahndern aus den USA, Großbritannien und den Behörden Portugals und Spaniens. Experten warnen vor einem anhaltenden Anstieg der Kokainimporte nach Europa und sprechen von einem "weißen Tsunami" angesichts der hohen Produktionsraten in Süd- und Mittelamerika.
InhaltMit einem Schnellboot versuchten Kriminelle, Kokain im Wert von über 128 Millionen Euro zu schmuggeln. Das französische Militär stoppte sie mit Waffengewalt. Fahnder warnen inzwischen vor einem "weißen Tsunami". Die französische Marine hat vor der Küste der portugiesischen Atlantikinsel Madeira ein Schnellboot mit 2,4 Tonnen Kokain gestoppt. Das beschlagnahmte Rauschgift habe einen Verkaufswert von über 128 Millionen Euro, teilte die Staatsanwaltschaft in Brest mit. Da das Boot auf Anweisung nicht anhalten wollte, sei Waffengewalt nötig gewesen. Von der Fregatte sei auf die Motoren des Schnellboots geschossen worden, um dieses zum Stoppen zu bringen, berichtet die Zeitung "Le Parisien" . Die Besatzung sei festgenommen worden. Angaben zur Nationalität der Personen wurden vorerst nicht gemacht. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, waren an dem Schlag gegen die Drogenschmuggler Fahndungsbehörden aus den USA und Großbritannien beteiligt. Der Zugriff erfolgte dann in Zusammenarbeit mit den zivilen und militärischen Behörden Portugals und Spaniens. Neben der Fregatte kamen ein Hubschrauber der französischen Marine sowie ein Flugzeug des Zolls zum Einsatz. Der große Drogenfund passt zu dem von Fahndern beobachteten Aufwärtstrend bei der Einfuhr großer Mengen Kokain aus Südamerika über Spanien, Portugal und Frankreich nach Europa. Die Chefin der europäischen Polizeibehörde Europol, Catherine De Bolle, konstatierte bereits vergangenes Jahr in einem SPIEGEL-Interview: "In Süd- und Mittelamerika wird so viel Kokain produziert wie noch nie." Sie warnte damals: "Die Anpassungsfähigkeit der kriminellen Netzwerke ist hoch. Sie sind uns immer einen Schritt voraus." Die Gefahr ist seitdem nicht gesunken. Erst vor wenigen Tagen beschlagnahmte die spanische Polizei zehn Tonnen Kokain. Für den Schlag gegen die Schmuggler kooperierten die Ermittler mit kolumbianischen Behörden und nutzten interne Kommunikationsdaten der Kriminellen. In den Medien und auch bei Fahndern in verschiedenen Ländern Südwesteuropas ist angesichts des anhaltenden Kokain-Booms mittlerweile von einem "weißen Tsunami" die Rede.