Umweltschutz: EU-Kommission will geplantes Waldschutzgesetz abschwächen

Datum21.10.2025 18:31

Quellewww.zeit.de

TLDRDie EU-Kommission plant, das geplante Waldschutzgesetz, die Entwaldungsverordnung, abzuschwächen. Händler sollen weniger Verpflichtungen zur Nachverfolgung entwaldungsfreier Produkte wie Kaffee und Soja haben. Die Anwendung der Regeln wird für große Unternehmen um sechs Monate und für Kleinunternehmen um ein Jahr verschoben. Umweltverbände kritisieren die Abschwächung, da sie negative Auswirkungen auf Ökosysteme befürchten. Das Europaparlament und die EU-Staaten müssen nun über die Vorschläge beraten und bis Ende des Jahres einen Kompromiss finden.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Umweltschutz“. Lesen Sie jetzt „EU-Kommission will geplantes Waldschutzgesetz abschwächen“. Die EU-Kommission schlägt eine Abschwächung der sogenannten Entwaldungsverordnung vor. Mit dem Gesetz soll unter anderem eine Abholzung des Amazonas und anderer Wälder erschwert werden. Händler und nachgelagerte Unternehmen in der Lieferkette müssten dem Vorschlag zufolge künftig keine digitalen Sorgfaltserklärungen mehr einreichen. Nur der Erste, der ein Produkt in der EU in Verkehr bringt, wäre dazu verpflichtet. Die Verordnung sollte eigentlich ab Ende 2024 angewendet werden und zunächst große Unternehmen dazu verpflichten, den entwaldungsfreien Ursprung bestimmter Produkte wie Kaffee, Kakao, Soja oder Rindfleisch nachzuweisen. Die Regeln wurden bereits einmal um ein Jahr verschoben. Neben einer Änderung des Vorhabens will die Kommission die Durchsetzung der Regeln bei großen und mittleren Unternehmen um sechs Monate verschieben. Für Kleinst- und Kleinunternehmen soll es eine Verschiebung um zwölf Monate geben.  Die Kommission schlägt zudem vor, die Berichtspflichten zu vereinfachen. Kleinst- und Kleinunternehmen aus Ländern mit geringem Risiko müssten demnach lediglich eine einmalige, einfache Erklärung abgeben. Wenn die entsprechenden Informationen bereits in einer nationalen Datenbank verfügbar sind, müssen die Betreiber sie nicht noch mal einreichen. An der Entwaldungsverordnung gibt es große Kritik, vor allem aus der Forstwirtschaft. Sie fürchtet große Belastungen durch bürokratische Auflagen. Umweltverbände hingegen kritisieren vehement eine Abschwächung des Vorhabens und gehen davon aus, dass dies zulasten von Ökosystemen geht.  Über die Vorschläge der Kommission müssen nun das Europaparlament und die EU-Staaten beraten. Damit Änderungen rechtzeitig in Kraft treten können, müssen sich beide Institutionen bis Jahresende auf einen Kompromiss einigen. © dpa-infocom, dpa:251021-930-190137/1