Sorge vor Halbleiterkrise: Bei VW könnten bald wichtige Produktionen stillstehen

Datum21.10.2025 18:27

Quellewww.spiegel.de

TLDRWegen Lieferproblemen beim niederländischen Chiphersteller Nexperia drohen deutschen Autobauern, insbesondere VW, Produktionsstopps. Insbesondere die Golf- und Tiguan-Produktion könnte in den nächsten Wochen betroffen sein. Nexperia, wichtiger Zulieferer von Halbleitern für Fahrzeugelektronik, hat Schwierigkeiten nach der Übernahme durch die niederländische Regierung. Der Verband der Automobilindustrie warnt ebenfalls vor möglichen Produktionsausfällen, wenn die Chip-Lieferungen weiterhin unterbrochen bleiben. VW betont, dass derzeit die Produktion nicht beeinträchtigt ist, steht jedoch in engem Kontakt mit den Lieferanten.

InhaltLieferprobleme beim niederländischen Chiphersteller Nexperia könnten gravierende Folgen für deutsche Autobauer haben. Nach SPIEGEL-Informationen drohen bei VW in Kürze Produktionsstopps. Die deutschen Automobilhersteller stehen womöglich vor einer neuen Halbleiterkrise. Wegen Problemen beim niederländischen Chiphersteller Nexperia könnten schon bald Produktionsstopps drohen. Bei VW ist von möglichen Ausfällen in der kommenden, spätestens in der übernächsten Woche die Rede. Das erfuhr der SPIEGEL aus dem Umfeld des Konzerns. Demnach sind alle Konzernmarken von dem Engpass betroffen, nahezu weltweit. Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung soll voraussichtlich zunächst die Golf-Produktion im Stammwerk Wolfsburg gestoppt werden. Anschließend könnte die Tiguan-Produktion ausfallen. Ein VW-Sprecher sagte dem SPIEGEL lediglich, die Produktion der Modelle Golf und Tiguan werde am bevorstehenden Freitag zeitweise ruhen – allerdings aufgrund "einer vorgesehenen Inventurmaßnahme". Kommende Woche wolle man den Regelbetrieb wieder aufnehmen. "Etwaige Auswirkungen aufgrund eines möglichen Engpasses bei der Verfügbarkeit von Bauteilen stehen damit in keinem Zusammenhang." Bei Nexperia gibt es Lieferprobleme, nachdem die niederländische Regierung die Kontrolle über die bisher von einer chinesischen Konzernmutter geführten Firma übernommen hatte. Nexperia gilt als wichtiger Zulieferer, dessen Halbleiter häufig in elektronischen Steuergeräten von Fahrzeugelektroniksystemen zum Einsatz kommen. Das Unternehmen produziert unter anderem in Hamburg, ist Berichten zufolge aber auf Zulieferungen aus China angewiesen, die nun ausblieben. Auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) warnte vor Produktionsstopps in der Autoindustrie, sollte die Lieferung von Nexperia-Chips weiter unterbrochen sein. Laut VDA-Präsidentin Hildegard Müller hatte das niederländische Unternehmen Automobilhersteller und Zulieferer informiert, "dass das Unternehmen die Belieferung der Automobilzulieferkette mit seinen Chips nicht mehr in Gänze gewährleisten kann". Nexperia-Bauteile würden in Fahrzeug-Komponenten verwendet, mit denen direkte Lieferanten VW versorgen, teilte der Konzernsprecher mit. "Derzeit ist unsere Produktion unbeeinträchtigt. Wir stehen in engem Kontakt mit allen relevanten Beteiligten vor dem Hintergrund der aktuellen Lage, um frühzeitig mögliche Risiken zu identifizieren und über entsprechend notwendige Maßnahmen entscheiden zu können."