Datum21.10.2025 17:17
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Mecklenburg-Vorpommern wächst der Schuldenberg, bedingt durch eine neue Anlagestrategie der Landesregierung für Beamtenpensionen. Trotz einer Tilgung von 1,3 Milliarden Euro beläuft sich die haushalterische Schuld Ende 2024 auf 11,3 Milliarden Euro, ein Anstieg von 10,9 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Die oppositionelle AfD kritisiert, die Schuldenumschichtungen seien keine Entlastung und fordern einen Konsolidierungsplan. Auch die Verschuldung der Kommunen stieg um 17 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, über dem Bundesdurchschnitt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Schulden“. Lesen Sie jetzt „Schuldenberg in MV wächst – Auch Umschichtungen ein Grund“. Die Statistik weist für das Land Mecklenburg-Vorpommern ein deutliches Anwachsen des Schuldenberges aus. Doch geht dies nach Angaben des Finanzministeriums in Schwerin vor allem auf eine veränderte Anlagenstrategie der Landesregierung beim Versorgungsfonds für die Beamtenpensionen zurück. Dies habe keine negativen Auswirkungen auf die haushalterische Verschuldung, hieß es. Das Land habe Schulden im öffentlichen Bereich in Höhe von 1,3 Milliarden Euro getilgt und dafür die gleiche Summe am Kapitalmarkt, dem nichtöffentlichen Bereich, aufgenommen. Ziel sei es gewesen, damit Zinsleistungen zu senken. Nach Angaben von Finanzminister Heiko Geue (SPD) betrug die haushalterische Schuld des Landes zum 31. Dezember 2024 rund 11,3 Milliarden Euro. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stiegen nach einer deutlichen Senkung um 850 Millionen Euro im Jahr 2023 die Schulden von Land und Kommunen im Jahr 2024 wieder um 1,1 Milliarden Euro an. Der Schuldenberg des Landes allein sei um 788 Millionen Euro angewachsen. Der Zuwachs sei mit 10,9 Prozent deutlich höher ausgefallen als im Bundesdurchschnitt, der bei 2,1 Prozent gelegen habe. Doch wies auch das Statistikamt auf die Effekte der Umschichtung hin, durch die zwar die Wertpapierschulden um 33,3 Prozent angewachsen seien, die Kredite aber um 3,7 Prozent abgenommen hätten. Kurzfristige Bankkredite habe das Land wie in den Vorjahren nicht benötigt. Kritik kam von der oppositionellen AfD. Die Umschichtung bedeute keine Entlastung, sondern lediglich eine Verlagerung der Schulden. Mecklenburg-Vorpommern brauche aber einen Konsolidierungsplan, um dem Abwärtsstrudel zu entkommen, betonte der AfD-Abgeordnete Martin Schmidt. Wie Deutschlandweit stieg auch in MV die Verschuldung der Kommunen. Gemeinden, Ämter und Landkreis standen Ende 2024 laut Statistik mit 2,2 Milliarden Euro in der Kreide, ein Zuwachs zum Vorjahr von 17 Prozent. Auch das lag laut Statistikamt über dem Bundesschnitt. Die extra erfassten Investitionskredite wuchsen um 14,8 Prozent auf 2,0 Milliarden Euro. Erstmals seit neun Jahren seien auch die sogenannten Kassenkredite zur Liquiditätssicherung wieder gestiegen: von 156 Millionen auf 225 Millionen Euro. © dpa-infocom, dpa:251021-930-189719/1