Ukraine: Hunderttausende Menschen nach Angriff Russlands ohne Strom

Datum21.10.2025 12:52

Quellewww.spiegel.de

TLDRNach einem russischen Angriff auf die nordukrainische Region Tschernihiw sind Hunderttausende Menschen ohne Strom, wodurch die Wasserversorgung gefährdet ist. Russische Drohnen stören die Reparaturarbeiten und verschärfen die humanitäre Krise. In Cherson wurden bei weiteren Angriffen mehrere Menschen verletzt und Infrastruktur beschädigt. Der ukrainische Energieministerium warnt vor gezielten Attacken auf wichtige Versorgungsanlagen vor dem Winter. Gleichzeitig gibt es Verzögerungen bei einem geplanten Treffen zwischen US-Präsident Trump und dem russischen Staatschef Putin.

InhaltRussland zielt erneut auf die ukrainische Infrastruktur. Im Norden des Landes ist für viele Menschen nach einem Angriff der Strom ausgefallen, die Wasserversorgung unsicher. Russische Drohnen stören wohl die Aufräumarbeiten. Nach einem russischen Angriff auf die nordukrainische Region Tschernihiw sind Hunderttausende Menschen ohne Elektrizität. Komplette Stromausfälle gibt es den ukrainischen Behörden zufolge im nördlichen Teil der Region Tschernihiw sowie in der gleichnamigen Regionalhauptstadt, die vor Beginn des Krieges 280.000 Einwohner zählte. Nachdem in den vergangenen Tagen bereits mehrfach wichtige Versorgungsinfrastruktur in Tschernihiw attackiert wurde, hat Russland in der Nacht die Ukraine erneut mit Angriffen aus der Luft überzogen. In der südukrainischen Stadt Cherson wurden drei Menschen bei Drohnenangriffen verletzt, wie der Gouverneur des Gebiets, Olexander Prokudin, mitteilte. An den Einschlagsorten seien Feuer ausgebrochen. Wohngebäude, eine Bildungseinrichtung und ein Wirtschaftsgebäude seien beschädigt worden. Russland lasse absichtlich Drohnen über die beschädigten Infrastrukturanlagen kreisen, um Reparaturen unmöglich zu machen und "die humanitäre Krise bewusst zu verlängern", erklärte das ukrainische Energieministerium auf der Plattform Telegram. Der kommunale Wasserversorger Tschernihiwwodokanal schrieb bei Telegram, dass seine Anlagen "wie die ganze Stadt" ohne Strom seien, und forderte Menschen auf, rechtzeitig Wasservorräte anzulegen. Mitarbeiter hätten am Morgen begonnen, die Anlagen aus alternativen Stromquellen zu betreiben. Die Wasserversorgung der ersten Stockwerke in Mehrfamilienhäusern sei garantiert, in den oberen Stockwerken hänge sie vom Gelände ab. In der Nähe von Wohnblocks seien Zapfstellen eingerichtet und in manche Stadtteile Wasserlieferungen organisiert worden. Der kommissarische Bürgermeister von Tschernihiw, Olexandr Lomako, sagte, Russland nehme vor dem nahenden Winter gezielt die Strom- und Wärmeversorgung der Bevölkerung ins Visier. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als dreieinhalb Jahren gegen eine russische Invasion. Derweil sieht es so aus, dass es nach der Verabredung von US-Präsident Donald Trump und dem russischen Staatschef Wladimir Putin für ein Treffen in Budapest zu Verzögerungen kommt. Das russische Außenministerium deutet einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti zufolge an, dass sich das Vorbereitungstreffen der beiden Außenminister Marco Rubio und Sergej Lawrow verzögern könnte. Für eine Begegnung mit Rubio seien Vorbereitungen notwendig, sagt der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow der Agentur Ria Nowosti. Rubio und Lawrow hatten am Montag telefoniert. Dieses Gespräch werde nun nachbereitet, erklärt Rjabkow. Aber über ein Treffen der beiden Minister sei nicht speziell beraten worden. Zu Berichten, dass die Zusammenkunft Rubios mit Lawrow verschoben worden sei, erklärt das russische Außenministerium, man könne nichts verschieben, das nicht vereinbart worden sei. Das Vorbereitungstreffen der beiden Außenminister galt als zentraler Schritt hin zu einer Begegnung Trumps und Putins.