Norwegen: Marius Borg Høiby offenbar vor Prozess in Entzug

Datum21.10.2025 16:38

Quellewww.spiegel.de

TLDRMarius Borg Høiby, der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, steht wegen Vergewaltigungsvorwürfen vor Gericht. Der 28-Jährige hat sich in Therapie begeben, um seine Drogenprobleme zu bewältigen. Der Prozess in Oslo beginnt im Februar, während seine Anwälte um respektvolle Berichterstattung bitten, insbesondere von deutschen Medien, da diese oft negativ über ihn berichten. Høiby hat in der Vergangenheit mit Drogenmissbrauch gekämpft und setzt seine Behandlung jetzt fort.

InhaltWegen Vergewaltigungsvorwürfen soll sich der Sohn der norwegischen Kronprinzessin vor Gericht rechtfertigen. Seine Anwälte erklären nun, dass er sich in Therapie begeben habe – und kritisieren auch deutsche Medien. Vor Gericht gilt Marius Borg Høiby, 28, als mutmaßlicher Täter. Dem Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit werden zahlreiche Delikte vorgeworfen, unter anderem sexuelle Übergriffe. Im Februar soll in Oslo deshalb ein großer Prozess gegen ihn beginnen. Viele Details sind indes noch unklar. Und zumindest im eigenen Leben, das lässt sich wohl sagen, scheint Høiby auch ein Geschädigter, was seine Verantwortung freilich nicht aufhebt. Seit Jahren produziert er Schlagzeilen beinahe im Wochentakt, selten sind es gute Nachrichten. Die beiden Anwälte des berühmten Sohnes verweisen nun darauf und kündigen an, dass der 28-Jährige sich aktuell einer Therapie unterziehe, um seine Drogenprobleme in den Griff zu bekommen. Schon zuvor hatte er einen Entzugsversuch unternommen. Ellen Holager, Verteidigerin Die Juristen bitten deshalb um öffentliche Zurückhaltung, auch seitens der Medien. Es ist nicht der erste Appell dieser Art. "Wir sehen ja bisweilen einige ziemlich heftige Schlagzeilen. Der schlechte Ruf eilt uns voraus in der ausländischen Presse. Nicht zuletzt in der deutschen Presse, die sehr hart ist", sagte Høibys Verteidigerin Ellen Holager Andenæs laut dem Sender TV2.  Deutsche Boulevardberichte dürften für konsensorientierte Norweger in der Tat bisweilen ungewohnt sein: Die Berichterstattung im Norden setzt gern auf große Überschriften, aber auch selbst auferlegte Zurückhaltung und Mitgefühl. Ihr sei bewusst, dass das Interesse an ihrem Mandanten hoch bleiben dürfte, so die Anwältin. Ihr Team erhalte derzeit Presseanfragen aus "nahezu der ganzen Welt". Noch größer sei das Interesse in den sozialen Netzwerken, auf der Zeugenliste der Staatsanwaltschaft für den Prozess stehen auch mehrere Influencerinnen. Manche mutmaßlich geschädigte Frauen kündigten bereits an, den Prinzessinnensohn gegen manche Vorwürfe verteidigen zu wollen. Die Verteidigung warnt nun vor einer Art TikTok-Tribunal, das von jungen Menschen mit Gerüchten und Videoschnipseln parallel zum Prozess vorangetrieben wird, noch bevor gesicherte Fakten bekannt sind. Marius Borg Høiby, der aus einer Beziehung Mette-Marits stammt, bevor sie mit Kronprinz Haakon zusammenkam, äußert sich derzeit nicht zu dem Zirkus um ihn. Im vergangenen Jahr sagte er in einer Erklärung: "Ich kämpfe seit Langem mit Drogenmissbrauch, wofür ich in der Vergangenheit in Behandlung war. Ich werde diese Behandlung nun wieder aufnehmen und sie sehr ernst nehmen."