ADAC-Test von Kindersitzen fürs Auto: Weniger als ein Drittel ist »gut«

Datum21.10.2025 15:08

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer ADAC hat 17 aktuelle Kindersitze getestet und festgestellt, dass weniger als ein Drittel als "gut" bewertet wurde. Nur fünf Modelle erhielten die Note "gut", während neun "befriedigend" und drei "mangelhaft" waren. Kritische Punkte waren Verletzungsrisiken und Schadstoffe. Besonders gut schnitten die "Joie i-Level Pro" und der "Besafe Beyond 360" ab. Der ADAC empfiehlt, Kindersitze vor dem Kauf in Fachgeschäften zu testen, um Installation und Sicherheit zu gewährleisten.

InhaltBis das Kind über 1,50 Meter groß ist, müssen Eltern in der Regel verschiedene Sitze im Auto verwenden. Der Autoclub hat aktuelle Modelle getestet, mit teils ernüchternden Ergebnissen. Wer seine Kinder im Auto mitnehmen will, braucht einen Kindersitz. Denn gesetzlich vorgeschrieben ist, dass diese bis zu einer Körpergröße von 1,50 Metern oder bis zu einem Alter von zwölf Jahren nur mit einem geeigneten Kindersitz an Bord dürfen. Um die Spanne vom Baby bis zur 1,50-Meter-Marke abzudecken, sind meist mehrere Sitze fällig. Was die taugen, hat sich der ADAC angeschaut. Der Autoclub nahm 17 Modelle unter die Lupe  , darunter sechs Babyschalen und elf Kindersitze zu Preisen von 100 bis 828 Euro. Sie mussten neben Crashtests auch Bedien- und Ergonomie- sowie Schadstoff- und Umweltschadstoffprüfungen über sich ergehen lassen. Die Ergebnisse sind durchwachsen. Nur fünf Modelle sind "gut" und neun sind "befriedigend". Drei Modelle sind so schlecht, dass sie als "mangelhaft" durchfallen. Gründe sind unter anderem ein "ernsthaftes Verletzungsrisiko" und Schadstoffe. Bei den Babyschalen schneidet die "Joie i-Level Pro" (199 Euro) "gut" (Note 2,3) ab. Ohne die optionale Isofix-Station bietet sie laut ADAC gute Sicherheitseigenschaften, sofern sie richtig montiert wird. Drei Babyschalen im Test erreichen ohne die zugehörige Isofix-Station allerdings bessere Crashtest-Ergebnisse als mit der fest verbauten Basis – so auch hier. In Kombination mit der "i-Base Encore" für zusammen 398 Euro wird in der Gesamtwertung ebenfalls ein "gut" (2,3) erreicht. Bei den Sitzen für Kleinkinder erreicht der "Besafe Beyond 360" in Kombination mit der Isofixstation "Beyond Base" für zusammen 828 Euro sowohl bei Sicherheit als auch in der Gesamtbetrachtung die Bewertung "gut" (2,4). Bei den Sitzen für Kinder von etwa vier bis zwölf Jahren konnten der "Britax Römer Kidfix Pro" (220 Euro) und der "Axkid Up" (500 Euro) mit den Noten 1,8 respektive 2,0 "gut" abschneiden. Eine Übersicht über die aktuell getesteten 17 Modelle finden Sie hier , einen Vergleich inklusive früherer Tests bietet der ADAC hier . Anhand der Optik sei es nicht möglich, die Sicherheitseigenschaften eines Kindersitzes zu bewerten, so ADAC-Sprecher Fabian Faehrmann: "Belastbare Informationen liefern unabhängige Verbraucherschutztests, denn hier werden die Sitze den Belastungen ausgesetzt, die auch bei einem Verkehrsunfall zu erwarten sind". Neben den Testergebnissen ist es genauso wichtig, sich mit dem Modell vertraut zu machen, um Bedienungsfehler auszuschließen. Denn wird der Kindersitz falsch eingebaut, kann er den Angaben zufolge bei einem Unfall seine Schutzwirkung verlieren und das Kind in ernsthafte Gefahr bringen. Der ADAC rät daher, Kindersitze im Fachhandel anzusehen und den Einbau im eigenen Auto zu testen. Das fünfstufige ADAC-Bewertungsschema reicht von "sehr gut" über "gut", "befriedigend", "ausreichend" bis "mangelhaft".