Mehrheitseigner MFE tauscht Vorstand von ProSiebenSat.1 aus

Datum21.10.2025 13:46

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer italienische Medienkonzern MFE hat den Vorstand von ProSiebenSat.1 nahezu vollständig ausgewechselt, um eine Reorganisation voranzutreiben. Marco Giordani übernimmt den Vorsitz, während Bert Habets bis Ende des Jahres berät. Bob Rajan wird interimistisch Finanzvorstand und folgt auf Martin Mildner, der das Unternehmen verlässt. Hintergrund sind umfassende Sparmaßnahmen zur Senkung der Kosten um 15 Prozent in 2023 und jährliche Einsparungen von über 100 Millionen Euro ab 2026. Ein möglicher Abbau von bis zu 500 Stellen wird geprüft.

InhaltGroßreinemachen bei ProSiebenSat.1: Fast der komplette Vorstand muss abtreten. Als neuer Eigner stellt der italienische Medienkonzern MFE die Führungsmannschaft der Münchner neu auf. Der Aufsichtsrat des Fernsehkonzerns ProSiebenSat.1 hat umfassende Veränderungen im Vorstand beschlossen. Danach soll Marco Giordani, bislang Finanzvorstand von MFE-MEDIAFOREUROPE N.V. mit sofortiger Wirkung den Vorstandsvorsitz übernehmen. Der bisherige CEO Bert Habets wird ihn bis Jahresende bei ProSiebenSat.1 beraten, insbesondere um einen nahtlosen Übergang sicherzustellen. Bob Rajan wird mit sofortiger Wirkung als neuer Finanzvorstand zu ProSiebenSat.1 wechseln und folgt auf Martin Mildner, der das Unternehmen verlassen wird. Bob Rajan wird die Position auf Interimsbasis übernehmen, um die Reorganisation voranzutreiben. Darüber hinaus hat Markus Breitenecker, bisher Chief Operating Officer von ProSiebenSat.1, beschlossen, mit sofortiger Wirkung von seiner Position zurückzutreten; seine Position wird auf Vorstandsebene nicht neu besetzt. Hintergrund des Vorstandsumbaus ist das Sparpaket von ProSiebenSat.1, das die Kosten im laufenden Jahr um rund 15 Prozent senken soll. Ab 2026 und danach soll es jährliche Einsparungen von mehr als 100 Millionen Euro geben. Das Unternehmen hatte jüngst ein weiteres Sparprogramm angekündigt, wobei auch der Abbau von Arbeitsplätzen ausgelotet werden sollte. Das Unternehmen befinde sich in der Transformation vom "linearen Broadcaster zum Streaming-Anbieter" und man arbeite an Reorganisationsmaßnahmen, hieß es vor kurzem. Einen konkreten Jobabbau könne man aber noch nicht nennen. Das ManagerMagazin hatte im Februar berichtet, im Raum stehe der Abbau von "grob 500 Stellen". Der Medienkonzern hatte bereits 2023 rund 400 Vollzeitstellen gestrichen und arbeitet seitdem daran, Wettbewerbsfähigkeit und Kostenstrukturen in der von der Rezession gebeutelten Branche zu verbessern. Bislang habe man trotz der Konjunkturschwäche die finanziellen Ziele geschafft, sagte Finanzchef Martin Mildner. "Dies ist nicht zuletzt das Ergebnis unseres konsequenten Kosten-Managements." Mildner fügte mit Blick nach vorn hinzu: "Wir werden weiter konsequent an unserer Kostenbasis arbeiten, um unsere finanziellen Ziele zu erreichen."