Demografie: Trend: Weniger Thüringer sind erwerbstätig

Datum21.10.2025 13:25

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Thüringen sinkt die Zahl der Erwerbstätigen stärker als in den meisten Bundesländern, mit einem Rückgang von 0,8 Prozent im vergangenen Jahr, was 8.100 weniger Beschäftigten entspricht. Die demografische Entwicklung, die alternde Bevölkerung und der Renteneintritt der Baby-Boomer-Generation sind Hauptursachen. Wirtschaftsverbände warnen vor Standortnachteilen für künftige Industrieansiedlungen. Besonders betroffen sind Industrie und Bauwirtschaft, während das Gesundheits- und Sozialwesen einen Anstieg verzeichnete. Bundesweit stieg die Erwerbstätigenzahl nur leicht um 0,1 Prozent.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Demografie“. Lesen Sie jetzt „Trend: Weniger Thüringer sind erwerbstätig“. Die Zahl der Menschen, die im Berufsleben stehen, sinkt in Thüringen stärker als in der Mehrzahl der anderen Bundesländer. Der Rückgang der Erwerbstätigen lag im vergangenen Jahr im Freistaat bei 0,8 Prozent, wie das Statistische Landesamt in Erfurt mitteilte. Eine stärkere Abnahme verzeichneten nur Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland mit jeweils 0,9 Prozent. Bundesweit stieg die Zahl der Erwerbstätigen leicht um 0,1 Prozent. In Thüringen verringerte sie sich hingegen im vergangenen Jahr um 8.100 auf insgesamt 1.015.400. Der seit Anfang 2023 zu beobachtende Rückgang hängt mit der demografischen Entwicklung zusammen - die Thüringer werden weniger und älter.  Hinzu kommt, dass viele Arbeitnehmer aus der sogenannten Baby-Boomer-Generation ins Rentenalter kommen. Wirtschaftsverbände und Kammern sehen in der sinkenden Zahl an Erwerbstätigen in Thüringen einen Standortnachteil für künftige Industrieansiedlungen.  Nach Angaben des Münchner Ifo-Instituts überschattet die Wirtschaftsflaute den Arbeitsmarkt in Deutschland insgesamt. Die stagnierende Wirtschaft lasse Unternehmen bei Personalplanungen vorsichtig agieren. Betroffen vom Rückgang der Arbeitskräfte waren laut Landsamt vor allem Industrie und Bauwirtschaft. Dort arbeiteten im vergangenen Jahr 4.000 Arbeitnehmer weniger als 2024. Das entsprach einem Rückgang von 1,4 Prozent. In den Dienstleistungsbereichen verringerte sich die Zahl der Erwerbstätigen um 3.400 oder 0,5 Prozent. Betroffen waren vor allem unternehmensnahe Dienstleistungen, während die Zahl der Erwerbstätigen im Gesundheits- und Sozialwesen um 1.600 stieg. Weniger Beschäftigte verbuchte auch die Land- und Forstwirtschaft. © dpa-infocom, dpa:251021-930-188223/1