Krieg in der Ukraine: Wolodymyr Selenskyj und Europäer wollen aktuelle Frontlinie als Ausgangspunkt von Verhandlungen

Datum21.10.2025 11:59

Quellewww.spiegel.de

TLDRUkraines Präsident Wolodymyr Selenskyj und mehrere europäische Staats- und Regierungschefs fordern, den aktuellen Frontverlauf als Ausgangspunkt für Verhandlungen mit Russland zu nutzen. Dies geschieht in Übereinstimmung mit US-Präsident Trump. Sie betonen, dass internationale Grenzen nicht durch Gewalt verändert werden dürfen und kritisieren Russlands Taktiken. Der Druck auf die russische Wirtschaft soll erhöht werden, um Frieden zu erzwingen. Zudem wird über Unterstützung für die Ukraine diskutiert, während die entscheidenden Verhandlungstermine unklar bleiben.

InhaltDer derzeitige Frontverlauf soll Grundlage für Ukraineverhandlungen sein. Das fordern europäische Staats- und Regierungschefs gemeinsam mit Selenskyj. Sie unterstützen damit einen Vorschlag von US-Präsident Trump. Vor möglichen Verhandlungen über den russischen Krieg gegen die Ukraine ist noch unklar, auf welcher Grundlage verhandelt werden soll. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und mehrere EU-Staats- und Regierungschefs sprechen sich dafür aus, den derzeitigen Frontverlauf als "Ausgangspunkt" für Verhandlungen mit Russland zu betrachten. Sie unterstützten "nachdrücklich" die Position von US-Präsident Donald Trump, "dass die Kämpfe sofort beendet werden sollen und die aktuelle Kontaktlinie der Ausgangspunkt für Verhandlungen sein sollte", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung, die auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) unterzeichnete. Trump und Russlands Machthaber Putin hatten sich in einem Telefonat auf ein Treffen in Budapest geeinigt. Wann genau das Treffen stattfinden soll, ist noch nicht klar. Bei einem Treffen der beiden im August gab es keine nennenswerten Ergebnisse. In ihrer Erklärung fügen die Europäer hinzu, sie blieben "dem Prinzip verpflichtet, dass internationale Grenzen nicht durch Gewalt verschoben werden dürfen". Russlands "Verzögerungstaktiken" hätten immer wieder gezeigt, dass die Ukraine die einzige Kriegspartei sei, die wirklich Frieden wolle. "Wir können alle sehen, dass Putin weiterhin auf Gewalt und Zerstörung setzt", heißt es. "Deswegen machen wir deutlich, dass die Ukraine in der stärkstmöglichen Position sein muss – vor, während und nach einem Waffenstillstand", fordern sie. Der Druck auf die russische Wirtschaft und Verteidigungsindustrie werde erhöht, bis Putin zu einem Frieden bereit sei. Maßnahmen zur vollen Nutzung von Russlands eingefrorenen Vermögenswerten im Ausland seien in Vorbereitung, "so dass die Ukraine die Ressourcen bekommt, die sie braucht", erklären die Politiker weiter. Die Staats- und Regierungschefs kündigen an, sie würden sich im Laufe der Woche im Europäischen Rat sowie innerhalb der sogenannten Koalition der Willigen zur Unterstützung der Ukraine beraten. Neben Selenskyj und Merz unterzeichneten auch der britische Premierminister Keir Starmer, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die Regierungschefinnen Italiens und Dänemarks, Giorgia Meloni und Mette Frederiksen, die Erklärung. Unterstützung kommt auch von den Ministerpräsidenten von Polen und Norwegen, Donald Tusk und Jonas Störe, sowie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa.